Der demokratische Senatskandidat Graham Platner hat seine Kampagne im US-Bundesstaat Maine nach einer Reihe von Skandalen ausgesetzt. Der ehemalige Marineinfanterist zog damit die Konsequenz aus anhaltenden Vorwürfen, die seine Kandidatur schwer belastet hatten. Für die Demokraten ist das ein Rückschlag: Maine galt als eine der aussichtsreichsten Chancen, im November einen Sitz im US-Senat von den Republikanern zu holen.
Die Republikaner verfügen im Senat derzeit über eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen. Platners Rückzug erschwert damit die Bemühungen der Demokraten, die Kontrolle über die Kammer zurückzugewinnen. In einem Rennen, das parteiintern als strategisch wichtig galt, fällt den Demokraten nun ein Kandidat weg, der in einem umkämpften Bundesstaat antreten sollte.
Schwere Vorwürfe und interne Parteitransparenz
Zuletzt hatten Medien über schwerwiegende Vorwürfe gegen Platner berichtet. Demnach warf ihm eine Frau vor, sie vor fast fünf Jahren vergewaltigt zu haben. Eine frühere Freundin sagte zudem aus, Platner habe beim Sex wiederholt ohne ihre Zustimmung Kondome entfernt. Platner wies die Anschuldigungen zurück.
Führende Demokraten hatten ihn dennoch zum Rückzug aufgefordert und mit dem Entzug von Wahlkampfgeldern gedroht. Der Druck aus der eigenen Partei nahm damit deutlich zu, nachdem die Vorwürfe öffentlich geworden waren und Platners Kandidatur zunehmend unhaltbar erschien.
Bereits zuvor wegen Internet-Posts und Tätowierung in der Kritik
Platner war schon vor den Missbrauchsvorwürfen unter Druck geraten. Hintergrund waren anstößige Internet-Beiträge sowie eine Tätowierung, die einem Nazi-Symbol ähnelte. Er räumte in der Vergangenheit Fehlverhalten ein und bat um Vergebung. Als Erklärung verwies er auf Alkoholmissbrauch und psychische Probleme nach seinen Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan.
Mit dem Ende seines Wahlkampfs verliert die Demokratische Partei nun einen Kandidaten, der in einem politisch besonders wichtigen Bundesstaat antreten sollte. Für Maine müssen sich die Demokraten damit neu aufstellen, während die Republikaner ihren Vorsprung im Senat vorerst absichern können.









