Mehr als 1.000 Menschen in Österreich könnten von einem Defekt bei Beatmungsgeräten der Astral-Reihe des Herstellers ResMed betroffen sein. Die Geräte können sich in seltenen Fällen von selbst abschalten. Für Patientinnen und Patienten, die ohne künstliche Beatmung nur wenige Minuten überleben würden, kann das lebensgefährlich werden.
Auslöser ist ein fehlerhafter Superkondensator in bestimmten Astral-100- und Astral-150-Geräten. Laut einer aktuellen Produktwarnung eines österreichischen Versorgers kann der Bauteil mit der Zeit Elektrolyt verlieren. Dadurch werden Schaltkreise auf der Hauptplatine beschädigt, das Gerät versetzt sich unbeabsichtigt in einen Sicherheitszustand. Bisher seien fünf Fälle bekannt, in denen sich ein Gerät selbst abgeschaltet habe.
Besonders heikel ist die Lage für Betroffene, die auf das Beatmungsgerät rund um die Uhr angewiesen sind. Der Austausch des betroffenen Bauteils dürfte laut Warnhinweisen selbst in diesen Fällen rund ein Jahr dauern. Wer die Maschine nur nachts benötigt, muss demnach noch länger auf eine Lösung warten; in der Praxis ist von zwei bis drei Jahren die Rede. Grund dafür sind Lieferengpässe beim Ersatzteil.
ÖGK bezahlt Ersatzgeräte nicht
Für Patientinnen und Patienten verschärft sich das Problem dadurch, dass die Österreichische Gesundheitskasse dringend notwendige Ersatzgeräte nicht bezahlt. Damit bleibt vielen Betroffenen vorerst nur, auf das vorhandene Gerät zu vertrauen oder auf eine zweite Maschine angewiesen zu sein.
Dass es bislang keinen Todesfall gegeben hat, liegt auch daran, dass in vielen Ländern aus Sicherheitsgründen zwei Geräte pro Person bereitgestellt werden. Ohne solch ein Ersatzgerät kann ein Ausfall der Beatmung nach Angaben der Warnung zu schweren Gesundheitsschäden oder zum Tod führen.
Die Betroffenen stammen aus ganz unterschiedlichen Versorgungsbereichen der Intensiv- und Heimbeatmung. Gerade für Menschen, die wegen chronischer oder schwerster Erkrankungen dauerhaft auf technische Unterstützung angewiesen sind, bedeutet ein solcher Gerätefehler einen unmittelbaren Eingriff in die Versorgungssicherheit. Die Warnung reiht sich damit in eine ohnehin seit längerem angespannte Lage in der Intensivpflege ein.









