Der deutsche Technologiekonzern Bosch tauscht an der Spitze vorzeitig aus: Stefan Hartung legt mit 30. Juni auf eigenen Wunsch sein Mandat als Vorsitzender der Geschäftsführung nieder. Nachfolger des 60-Jährigen soll der bisherige Vize-Chef Christian Fischer werden.
Hartung will sich nach Angaben des Unternehmens künftig neuen gesellschaftlichen und unternehmerischen Aufgaben außerhalb der Bosch-Gruppe widmen. Der Wechsel betrifft damit einen der wichtigsten Industriekonzerne Europas, der mit seinen Aktivitäten von Autozulieferung über Industrietechnik bis zu Haushaltsgeräten in vielen Geschäftsfeldern präsent ist.
Fischer gilt im Konzern als eng mit dem operativen Geschäft vertraut. Mit seiner Beförderung setzt Bosch auf eine interne Lösung an der Spitze. In einem Umfeld, das für die deutsche Industrie von schwacher Konjunktur, hoher Kostendruck und der laufenden Neuordnung der Automobilbranche geprägt ist, sind Führungwechsel in dieser Größenordnung auch ein Signal an Mitarbeiter, Kunden und Investoren.
Bosch zählt zu den größten Industrieunternehmen Deutschlands und ist als Zulieferer besonders vom Umbau der Autoindustrie betroffen. Der Konzern arbeitet seit Jahren daran, sein Geschäft breiter aufzustellen, etwa in den Bereichen Software, Elektrifizierung und industrielle Technologien. Der Führungswechsel fällt damit in eine Phase, in der sich Bosch wie viele große Industriegruppen auf veränderte Märkte und sinkende Margen einstellen muss.
Hartung hatte den Vorsitz der Geschäftsführung bei Bosch übernommen und steht nun vor einem vorzeitigen Abschied. Die Entscheidung kommt aus dem Unternehmen selbst und soll geordnet vollzogen werden. Für Bosch ist damit bereits im Sommer klar, wer den Konzern künftig führen soll.









