Ablenkung durch Handy, Navi und andere Geräte hat auf Österreichs Autobahnen im Vorjahr erneut zu deutlich mehr Unfällen mit Verletzten geführt. Von 2.173 solchen Unfällen gingen 669 auf Unachtsamkeit zurück, nach 658 im Jahr davor. Das entspricht nahezu jedem dritten Unfall und macht Ablenkung weiterhin zu einem zentralen Sicherheitsproblem auf den Autobahnen.
Besonders auffällig ist der Anteil jener Kollisionen, bei denen Fahrzeuge auf ein stehendes oder fahrendes Auto auffuhren. Von den 669 unachtsamkeitsbedingten Unfällen entfielen 337 auf diesen Typ. Das spricht dafür, dass viele Lenkerinnen und Lenker nicht ausreichend auf den Verkehr vor ihnen achten – etwa weil sie sich mit dem Mobiltelefon, dem Navigationsgerät oder anderen Ablenkungen beschäftigen.
Baustellen als besonders riskanter Bereich
Noch höher ist der Anteil von Ablenkung und Unachtsamkeit in Baustellenbereichen. Dort wurden im Vorjahr 218 Unfälle mit Verletzten registriert, 89 davon – knapp 40 Prozent – waren auf diese Ursache zurückzuführen. Gerade in diesen Abschnitten ist die Gefahr auch für Beschäftigte groß, die direkt an oder neben der Fahrbahn arbeiten.
Der tödliche Unfall eines ASFINAG-Mitarbeiters in Kärnten vor zwei Wochen unterstreicht nach Angaben des Straßenbetreibers, wie riskant der „Arbeitsplatz Straße“ ist. Verkehrsminister Peter Hanke warnte, Ablenkung sei die häufigste Ursache tödlicher Unfälle, und rief Lenkerinnen und Lenker zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf.
Die Zahlen zeigen, dass sich das Problem trotz bekannter Risiken kaum entschärft. Während moderne Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und digitalen Anzeigen immer mehr Funktionen bündeln, bleibt gerade das Hantieren mit dem Handy ein wesentlicher Risikofaktor. Auf den Autobahnen zählt Ablenkung damit weiterhin zu den häufigsten Ursachen schwerer Unfälle.









