Charli XCX hat mit ihrem neuen Album „Music, Fashion, Film“ die grelle Leichtigkeit von „Brat“ hinter sich gelassen. Statt giftgrünem Pop setzt die britische Sängerin auf kühlere, dunklere Klänge und ein Image zwischen Rocker- und Heroin-Chic. Das Werk markiert damit eine deutliche Wendung nach jenem Sommer 2024, in dem „Brat“ zum popkulturellen Schlagwort wurde.
Schon das Cover signalisiert den Wechsel: Drei ältere Männer sitzen in einer heruntergekommen wirkenden Küche, darunter John Cale, der mit The Velvet Underground die düstere Seite des Rock mitgeprägt hat. Auch Marc Jacobs und Martin Scorsese sind darauf zu sehen. Der Eindruck: Charli XCX verortet sich bewusst in einem Umfeld, das stärker auf Abgrenzung, Stil und künstlerische Referenzen als auf unmittelbare Partyenergie setzt.
Musikalisch knüpft „Music, Fashion, Film“ zwar an Charlis Ruf als unberechenbare Popfigur an, wirkt aber weniger euphorisch als „Brat“. Die Platte verzichtet weitgehend auf den von der Sängerin zuletzt gepflegten, ausladenden Hype und setzt stattdessen auf kargere, härtere Konturen. Damit verschiebt sich auch der Ton: Aus dem ausgelassenen „Görensommer“ wird ein Album, das eher Distanz als Feierlaune vermittelt.
Für Charli XCX ist dieser Schritt konsequent. Die 32-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder neu erfunden und zwischen Mainstream-Pop, Clubsound und avantgardistischen Anspielungen bewegt. „Music, Fashion, Film“ ordnet sich nun stärker als Kunst- und Stilstatement ein als als Fortsetzung des vorigen Hype-Moments. Genau darin liegt auch die Spannung des Albums: Es will nicht bloß anschließen, sondern sichtbar einen anderen Raum besetzen.
Ob dieser Richtungswechsel bei Publikum und Kritik ähnlich stark einschlägt wie „Brat“, bleibt abzuwarten. Fest steht: Charli XCX verabschiedet sich hörbar von der grellen Sommerästhetik des Vorjahres und sucht die Nähe zu einer ernsteren, rockiger aufgeladenen Haltung. Das macht „Music, Fashion, Film“ zu einem Album, das weniger auf sofortige Wirkung als auf klare Pose und Referenzwissen setzt.








