Der österreichische Industrielle Siegfried Wolf arbeitete im Frühjahr 2017 an einem Einstieg in die Signa-Gruppe von René Benko. Nach vorliegenden vertraulichen Vertragsentwürfen stand dabei unter anderem eine Beteiligung an der Signa Prime im Raum. Das geht aus den jetzt bekanntgewordenen Unterlagen hervor.
Wolf und Benko waren seit Jahren persönlich verbunden. Dass der frühere Magna-Manager schon früh Interesse an einem Engagement im Umfeld von Signa hatte, passt zu jener Phase, in der Benko sein Immobilien- und Handelsimperium weiter ausbauen wollte. Für die Signa-Gruppe war frisches Kapital in dieser Zeit zentral, um Projekte und Beteiligungen abzusichern.
Die nun aufgetauchten Entwürfe zeigen, dass offenbar nicht nur lose Gespräche geführt wurden, sondern ein konkreter Beteiligungsschritt vorbereitet wurde. Die Signa Prime galt als eine der wichtigsten Gesellschaften im Konzernverbund, über die zentrale Immobilienwerte gebündelt wurden. Ein Einstieg dort hätte Wolf direkten Einfluss auf einen der wertvollsten Teile des Signa-Konstrukts verschafft.
Der Fall erhält auch vor dem Hintergrund der späteren Signa-Pleite Gewicht. Seit dem Zusammenbruch des Konzerns im Jahr 2023 stehen die Geschäfte und Verflechtungen Benkos und seines Umfelds im Fokus von Insolvenzverwaltern, Ermittlern und Gerichten. Frühere Pläne, welche Investoren wann mit welchen Absichten an Bord kommen sollten, sind deshalb auch für die Aufarbeitung von Bedeutung.
Wolf war in Österreich über Jahre einer der einflussreichsten Industriellen und mit mehreren Großbeteiligungen in der Wirtschaft präsent. Sein Name tauchte im Umfeld von Signa immer wieder auf, auch weil die Gruppe über lange Zeit auf ein Netzwerk aus vermögenden Unternehmern, Banken und Immobilieninvestoren setzte. Die nun bekanntgewordenen Vertragsentwürfe geben diesem Netzwerk eine weitere konkrete Kontur.









