Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat sich im Übernahmepoker um die in Wien ansässige Addiko Bank die Mehrheit gesichert. Nach Ablauf der Rücktrittsfrist für das laufende Übernahmeangebot liegen der RBI Verkaufszusagen über 55,6 Prozent aller Aktien vor, wie das Institut mitteilte. Damit wurde die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent übertroffen.
Für die RBI ist das ein entscheidender Schritt im Ringen um die Kontrolle über die auf Südosteuropa spezialisierte Bank. Rücktritte aus dem Angebot seien nicht erfolgt, hieß es. Damit ist die Mehrheit an Addiko aus Sicht der RBI nicht mehr zu nehmen.
Im Bieterkampf setzte sich die RBI damit gegen eine slowenische Bank durch, die ebenfalls um die Übernahme von Addiko geworben hatte. Die Transaktion hat auch eine strategische Dimension für den Bankenmarkt in der Region: Addiko ist in mehreren Ländern Südosteuropas aktiv und gilt als Spezialinstitut mit Fokus auf Privat- und Firmenkunden.
Nach Abschluss der Übernahme soll Addiko laut den bisherigen Plänen unter der RBI und der serbischen Alta Group aufgespalten werden. Damit dürfte sich die Eigentümerstruktur der Bank grundlegend verändern. Die Entwicklung ist auch für den heimischen Bankenplatz relevant, weil mit Addiko ein in Wien ansässiges Institut den Besitzer wechselt.









