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Generikahersteller geraten unter Preisdruck

Redaktionelle Szene zum Thema „Generikahersteller geraten unter Preisdruck“

Generikahersteller in Österreich und Europa stehen wegen der Preispolitik im Gesundheitswesen zunehmend unter Druck. Die billigeren Nachahmerpräparate sind für Krankenkassen und Patienten zwar ein zentraler Hebel zur Kostensenkung, für die Produzenten schrumpfen die Margen jedoch seit Jahren. Das belastet vor allem jene Firmen, die stark von regulierten Erstattungspreisen und öffentlichen Ausschreibungen abhängig sind.

Generika kommen auf den Markt, sobald der Patentschutz eines Medikaments ausläuft. Dann können Wirkstoffe kostengünstiger produziert und verkauft werden. Für das Gesundheitssystem ist das ein Vorteil: Nachahmerpräparate entlasten die Arzneimittelausgaben und schaffen Spielraum für teurere Innovationen. Für die Hersteller selbst wird das Geschäft aber immer häufiger zur Kostenfrage.

Der Hintergrund ist ein Markt, in dem Preise oft nach unten gedrückt werden. In vielen Ländern orientieren sich Erstattungspreise an den billigsten Angeboten, zusätzlich verschärfen Ausschreibungen den Wettbewerb. Gerade bei stark genutzten Standardmedikamenten bleibt den Anbietern damit nur ein kleiner Spielraum. Steigen gleichzeitig Energie-, Produktions- und Logistikkosten, sinkt die Rentabilität weiter.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Pharmabranche ist in Österreich trotzdem hoch. Laut einer Erhebung von Eco Austria verband die pharmazeutische Industrie 2024 eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von rund 12,9 Milliarden Euro mit dem Standort. Das entsprach 2,9 Prozent des heimischen BIP. Rund 91.000 Beschäftigte waren dem Bereich zuzurechnen. Die Branche gilt damit als wichtiger Arbeitgeber und als strategisch relevanter Industriezweig.

Der Druck auf Generikahersteller hat auch eine gesundheitspolitische Dimension. Wenn sich die Produktion einzelner Wirkstoffe nicht mehr rechnet, können Anbieter aus dem Markt gehen. Dann drohen Lieferengpässe, die zuletzt in mehreren europäischen Staaten wieder Thema waren. Für die öffentlichen Systeme bedeutet das: kurzfristige Einsparungen bei den Preisen können mittelfristig mit höheren Risiken bei der Versorgung erkauft werden.

In der Branche wird deshalb seit längerem auf verlässlichere Rahmenbedingungen gedrängt. Dazu zählen planbare Erstattungssysteme, weniger extreme Preisdifferenzen zwischen Ländern und Anreize, um die Produktion in Europa zu halten. Denn Generika bleiben für die Kostenkontrolle im Gesundheitswesen unverzichtbar – wirtschaftlich tragfähig sind sie aber nur, wenn der Preisdruck nicht weiter zunimmt.

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