Mit „Chéri, ich komme“ läuft eine französische Komödie an, die das Thema weiblicher Orgasmus mit Leichtigkeit, Witz und viel Gefühl aufgreift. Im Mittelpunkt steht Fanny, gespielt von Alexandra Lamy, die bei ihrer leicht schrulligen Therapeutin feststellt, dass sie noch nie einen Orgasmus hatte – und dass sich das nun ändern soll.
Der Film setzt damit auf ein Sujet, das im französischen Kino immer wieder behandelt wurde: Sexualität nicht als Tabu, sondern als Teil einer alltäglichen Lebens- und Beziehungserfahrung. Gerade darin liegt der Reiz des Stoffes. Die Komödie verbindet Feelgood-Elemente mit einem Thema, das lange Zeit von Scham, Unwissen und männlich geprägten Deutungen überlagert war.
Dass der Film in dieser Form überhaupt funktioniert, hängt auch mit dem Ton ab. Statt belehrend zu wirken, nähert sich die Geschichte dem Thema über eine Figur, die weder exzentrisch noch als Sonderfall angelegt ist. Fanny steht für viele Frauen, für die sexuelle Erfüllung nicht selbstverständlich ist, auch wenn die öffentliche Debatte darüber in den vergangenen Jahren offener geworden ist.
Der Film reiht sich damit in eine Tradition des französischen Mainstreamkinos ein, das gesellschaftliche Fragen gern mit Komik, Charme und einem klaren Publikumssinn verbindet. Gerade bei Stoffen rund um Beziehungen, Körperlichkeit und Begehren gelingt es französischen Produktionen oft, Unterhaltung und Diskussion zusammenzubringen, ohne den Anspruch auf Leichtigkeit aufzugeben.
In „Chéri, ich komme“ steht dabei nicht der große kulturpolitische Kommentar im Vordergrund, sondern die persönliche Erfahrung einer Frau, die ihre eigene Lust erstmals bewusst in den Blick nimmt. Das macht den Film zu einer sommerlich leichten, zugleich aber nicht ganz beiläufigen Komödie über ein Thema, das längst gesellschaftlich angekommen ist – im Kino aber noch immer Stoff für Überraschungen liefert.









