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Belgrader Theaterfestival Bitef unter Druck von regimetreuen Funktionären

Redaktionelle Szene zum Thema „Belgrader Theaterfestival Bitef unter Druck von regimetreuen Funktionären“

Das renommierte Theaterfestival Bitef in Belgrad gerät unter politischen Druck. Nach Angaben aus dem Umfeld des Festivals haben regimetreue Funktionäre die Leitung so unter Beschuss genommen, dass zwei eingeladene Gruppen ihre Teilnahme bereits abgesagt haben. Das Festival, das seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Bühnenereignissen Südosteuropas zählt, steht damit kurz vor einer der heikelsten Ausgaben seiner Geschichte.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht nicht nur die Programmgestaltung, sondern die Unabhängigkeit des Festivals selbst. Bitef gilt in Serbien traditionell als Ort künstlerischer Auseinandersetzung und internationaler Vernetzung. Genau das macht die Veranstaltung in einem zunehmend polarisierten politischen Klima angreifbar. Die Angriffe auf den Kultursektor fügen sich in eine breitere Entwicklung ein, in der kritische zivilgesellschaftliche Initiativen unter Druck geraten.

Besonders heikel ist der Fall auch deshalb, weil die politischen Spannungen in Serbien seit Monaten zunehmen. Auslöser der anhaltenden Proteste war der Einsturz des Bahnhofsvordachs in Novi Sad mit 15 Toten. Seitdem richten sich die Demonstrationen gegen die politisch Verantwortlichen und das Umfeld von Präsident Aleksandar Vučić. Die Kundgebungen werden vor allem von Studierenden getragen und halten trotz Repressionen an.

Dass der Druck inzwischen auch Kulturveranstaltungen trifft, zeigte sich zuletzt auch bei einem anderen Festival: Vor wenigen Tagen wurde der Präsident des Krokodil-Literaturfestivals, Vladimir Arsenijević, in Belgrad von mehreren Männern unter einer Brücke angegriffen und zusammengeschlagen. Krokodil ist nicht nur ein Literaturfestival, sondern auch eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich für Medienfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und gegen Korruption sowie russische Desinformation einsetzt. Der Angriff sorgte in Belgrad für zusätzliche Verunsicherung im Kulturbereich.

Der Konflikt um Bitef ist damit mehr als ein Streit um ein einzelnes Festival. Er steht für den Versuch, auch den Kunst- und Kulturbereich enger an die politische Linie der Regierung zu binden. Für ein Festival, das über Jahrzehnte internationale Gäste und Debatten nach Belgrad geholt hat, wäre ein solcher Eingriff ein schwerer Einschnitt – künstlerisch wie auch als Signal an die freie Szene im Land.

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