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Pharmaindustrie in Österreich unter Druck: Standort, Preise und US-Vorgaben belasten die Branche

Redaktionelle Szene zum Thema „Pharmaindustrie in Österreich unter Druck: Standort, Preise und US-Vorgaben belasten die Branche“

Die österreichische Pharmabranche sieht sich durch den Standort Österreich, eine straffe Preispolitik und neue Vorgaben aus den USA zunehmend unter Druck gesetzt. Unternehmen bewerten die Bedingungen hierzulande nur noch als durchschnittlich und sehen wachsende Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Betriebs.

Der Branchenverband Pharmig warnt, dass die Politik nun gefordert sei, die angekündigte Life-Sciences-Strategie auch tatsächlich umzusetzen. Aus Sicht der Branche reicht es nicht, den Standort grundsätzlich attraktiv zu nennen; entscheidend seien verlässliche Rahmenbedingungen, planbare Erstattungs- und Preismodelle sowie rasche Maßnahmen, die Investitionen und Produktion in Österreich absichern.

Der Druck auf die Unternehmen zeigt sich auch an konkreten Standortentscheidungen. Der japanische Konzern Takeda baut in Österreich rund 200 Stellen ab, außerdem wird das bereits fertiggestellte Labor in der Seestadt nicht in Betrieb genommen. Gleichzeitig setzt Boehringer Ingelheim auf Expansion und vergrößert seinen Standort in Wien-Meidling. Die Branche entwickelt sich damit uneinheitlich: Während einzelne Unternehmen ihre Präsenz ausbauen, ziehen sich andere zurück oder verschieben Projekte.

Für die heimische Pharmaindustrie kommt die angespannte Lage zu einem Zeitpunkt, in dem internationale regulatorische Vorgaben und ein harter Preiswettbewerb die Planbarkeit weiter verringern. Besonders die USA setzen mit neuen Anforderungen zusätzliche Akzente, die weit über den heimischen Markt hinausreichen und auch europäische Standorte betreffen können. Für einen exportorientierten Sektor wie die Pharmaindustrie zählt daher nicht nur die Kostenfrage, sondern auch, wo Forschung, Entwicklung und Produktion künftig am besten abgesichert sind.

Der Befund ist für die Wirtschaftspolitik heikel: Die Branche gilt als forschungsintensiv, kapitalstark und strategisch wichtig für Wertschöpfung und Beschäftigung. Wenn Unternehmen die Standortbedingungen nur mehr im Mittelfeld sehen, steigt der Druck auf Bund und Länder, bei Genehmigungen, Förderungen und Rahmenbedingungen nachzuschärfen. Ob die angekündigte Life-Sciences-Strategie rasch genug greift, dürfte für die weitere Entwicklung am Standort Österreich entscheidend werden.

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