Der Volkswagen-Konzern verschärft seinen Sparkurs und stellt nach eigenen Angaben weite Teile seines Modellangebots auf den Prüfstand. Konzernchef Oliver Blume hat bestätigt, dass bis zu 50.000 Stellen wegfallen könnten. Gleichzeitig kursieren Berichte über mögliche Werksschließungen und über eine deutliche Straffung der Produktpalette bei VW, Audi, Seat und Skoda.
Für den Konzern ist das mehr als eine interne Rationalisierung. VW steht in mehreren Märkten unter wachsendem Kostendruck, der Absatz verschiebt sich, und die Umstellung auf E-Mobilität belastet die Margen. Ein breiter Modellabbau würde nicht nur die Produktion, sondern auch Händlernetze, Zulieferer und Entwicklungskapazitäten betreffen. In Konzernkreisen gilt daher als wahrscheinlich, dass vor allem Baureihen mit schwächerer Nachfrage oder hohem Investitionsbedarf überarbeitet oder auslaufen.
Welche Modelle besonders betroffen sein könnten
Im Zentrum der Überlegungen stehen vor allem jene Fahrzeuge, die im Konzern schon jetzt unter Preisdruck stehen oder deren Nachfolge hohe Summen verschlingen würde. Dazu zählen klassische Verbrenner-Baureihen, ältere Derivate und Modelle, die sich in überlappenden Segmenten gegenseitig Konkurrenz machen. Betroffen sein könnten damit vor allem kleinere und mittlere Fahrzeuge, deren Stückzahlen für mehrere Marken des Konzerns zuletzt unter Druck geraten sind.
Bei VW selbst gilt die Kompakt- und Mittelklasse als besonders sensibel. Dort entscheidet sich, ob ein Modell in der Breite genügend Marge bringt, um die hohen Kosten für Plattformen, Software und Antriebswechsel zu rechtfertigen. Auch bei Audi, Seat und Skoda dürfte die Frage im Raum stehen, welche Baureihen mit Verbrennungsmotoren verlängert und welche zugunsten neuer Elektro-Generationen gestrichen werden.
Sparen bei Personal und Kapazitäten
Der angekündigte Stellenabbau ist Teil eines größeren Umbauprogramms. Bis zu 50.000 Jobs stehen laut den bestätigten Plänen auf dem Spiel. Parallel dazu werden Berichte über bis zu vier mögliche Werksschließungen diskutiert. Sollte es dazu kommen, wäre das der tiefste Einschnitt bei Europas größtem Autobauer seit Jahren.
Für Österreich ist die Entwicklung ebenfalls relevant: Der VW-Konzern ist über Zulieferer, Logistik und den Handel eng mit der heimischen Autoindustrie verflochten. Jede Reduktion im Modellprogramm kann Folgewirkungen für Komponentenfertiger und Partnerbetriebe haben. Zudem entscheidet die Konzernstrategie auch darüber, welche Fahrzeuge künftig in den Schauräumen stehen und welche Märkte mit neuen Modellen versorgt werden.
Wie weit der Kahlschlag im Detail reicht, dürfte sich erst im Zuge der weiteren Konzernplanung zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Volkswagen will nicht mehr jedes Segment und jede Baureihe um jeden Preis halten. Stattdessen setzt der Konzern auf eine deutlich schlankere Modellpalette und auf eine härtere Auswahl bei den künftigen Investitionen.









