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Thomas Demand verwandelt das Mak in eine künstliche Grotte

Redaktionelle Szene zum Thema „Thomas Demand verwandelt das Mak in eine künstliche Grotte“

Im Museum für angewandte Kunst in Wien hat der Konzeptkünstler Thomas Demand den Ausstellungsraum für Gegenwartskunst in eine künstliche Grotte verwandelt. Die Wände sind vom Boden bis zur Decke mit einer felsähnlichen Struktur verkleidet, die Kanten und Furchen wie aus Stein wirken lässt. Zu sehen sind dort Aufnahmen aufwendig gebauter Papiermodelle von Theater- und Opernproduktionen.

Demand ist seit Jahren für ein Arbeiten bekannt, das mit Täuschung, Materialität und dem Verhältnis von Modell und Wirklichkeit spielt. Seine Motive entstehen aus detailgenau konstruierten Papier- und Kartonbauten, die er anschließend fotografiert; die Modelle selbst werden danach in der Regel zerstört. In Wien geht er diesmal einen anderen Weg: Der Künstler belässt nicht nur die fotografischen Arbeiten im Raum, sondern macht auch die Präsentation selbst zum Teil der Inszenierung.

Der Titel der Schau verweist auf eine Doppelstation in der Stadt: Neben dem Museum für angewandte Kunst ist auch die FJK3 beteiligt. Damit wird das Projekt auf zwei Orte verteilt, die unterschiedliche Zugänge zur Arbeit des Künstlers ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen jene Bilder, in denen Demand Bühnen- und Opernwelten in präzise gebauten Modellen verdichtet und anschließend fotografisch festhält.

Die Ausstellung fügt sich in eine künstlerische Praxis, die seit Jahren internationale Aufmerksamkeit erhält. Demand arbeitet nicht mit der direkten Abbildung von Wirklichkeit, sondern mit deren Nachbau. Gerade diese Verschiebung ist für seine Arbeiten zentral: Was zunächst dokumentarisch erscheint, entpuppt sich als sorgsam konstruiertes Bild über Wahrnehmung, Erinnerung und Inszenierung. Die Wiener Präsentation setzt diesen Zugang konsequent fort und macht ihn räumlich erfahrbar.

Dass die Wände des Museumsraums selbst zur Kulisse werden, verstärkt diesen Effekt. Der Ausstellungsbesucher bewegt sich nicht nur vor Fotografien, sondern in einer Umgebung, die wie eine Fortsetzung der Bilder wirkt. Damit rückt Demand jene Grenze in den Vordergrund, an der Architektur, Modell und Fotografie ineinander übergehen.

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