Nur einen Monat nach ihrer Bestellung hat die Banken-Spartenchefin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Eva Landrichtinger, ein Gehaltsplus von 8000 Euro brutto erhalten. Die Erhöhung wurde laut Bericht mit „besonders guten Leistungen“ begründet. Für zusätzlichen politischen und wirtschaftlichen Druck sorgt, dass die WKÖ ohnehin wegen ihrer Gehälter und Strukturen in der Kritik steht.
Der Fall fällt in eine Phase, in der die Kammer nach dem Bericht des Rechnungshofs verstärkt auf ihre Vergütungspraxis angesprochen wird. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Höhe einzelner Bezüge, sondern auch die Frage, nach welchen Maßstäben Führungsfunktionen in der Kammer aufgewertet werden. Laut dem zugrunde liegenden Bericht hätte die Anpassung ursprünglich automatisch erfolgen sollen, doch eine allgemeine Gehaltserhöhung um 4,2 Prozent kam nicht zustande.
Gehaltspolitik der Kammer unter Druck
Gerade in der WKÖ, die als gesetzliche Interessenvertretung der Unternehmen von ihren Mitgliedern finanziert wird, werden solche Entscheidungen besonders sensibel wahrgenommen. Erhöhungen in dieser Größenordnung stoßen umso stärker auf Kritik, wenn sie kurz nach einer Bestellung erfolgen und mit einer außergewöhnlich positiven Leistungsbewertung verknüpft werden.
Der Rechnungshof hatte die Kammer zuletzt wegen üppiger Gehälter und ihrer Vergütungsstruktur beanstandet. Der aktuelle Fall verleiht dieser Debatte zusätzliche Brisanz: Wenn einzelne Funktionsträger deutlich schneller und stärker aufgewertet werden als ursprünglich vorgesehen, stellt sich für Mitglieder und Öffentlichkeit die Frage nach Transparenz, Kriterien und Verhältnismäßigkeit.
Für die WKÖ ist das heikel. Die Kammer wird nicht nur an ihrer wirtschaftspolitischen Rolle gemessen, sondern auch daran, wie sparsam und nachvollziehbar sie mit Mitgliedsbeiträgen umgeht. Der Gehaltssprung bei Landrichtinger dürfte die Diskussion über Führungsbezüge in der Kammer daher weiter befeuern.









