Die Generation Z geht wieder auffallend gern ins Kino – und beeinflusst damit nicht nur den US-Markt, sondern auch das Filmgeschäft in Europa. Auslöser der Debatte war eine Umfrage des US-Ticketportals Fandango, der zufolge junge Erwachsene zwischen 1995 und 2010 so oft ins Kino gehen wie lange nicht mehr. Parallel dazu verzeichnen Streamingdienste, Social-Media-Plattformen und Ticketmodelle wie das Wiener Nonstop-Abo, dass sich das Kinoerlebnis für ein junges Publikum wieder stärker als gemeinsames Ausgehformat etabliert.
Der Trend zeigt sich auch in der Art, wie über Filme gesprochen wird. Plattformen wie Letterboxd haben das Kinogespräch in die Gegenwart geholt: Nutzerinnen und Nutzer bewerten dort Filme, erstellen Listen und diskutieren Neuerscheinungen in einer Form, die an klassische Filmkritik erinnert, aber unmittelbar in der Logik sozialer Medien funktioniert. Damit entstehen für viele junge Kinogängerinnen und Kinogänger neue Zugänge zu Filmen, die über Trailer, Memes und Empfehlungen aus der eigenen Online-Community laufen.
Hinzu kommen junge Creator, die Filmkultur auf Plattformen wie YouTube oder TikTok übersetzen. Solche Stimmen holen ein Publikum ab, das mit langen Kritiken oder Feuilletons oft weniger erreicht wird, aber sehr wohl bereit ist, über Kino zu reden, zu streiten und Empfehlungen weiterzutragen. Das verstärkt die Sichtbarkeit einzelner Filme, gerade wenn sie als Ereignis wahrgenommen werden und nicht bloß als weiterer Titel im Streaming-Angebot.
Für die Kinos ist das mehr als ein Stimmungsbild. Gerade in Städten wie Wien hat sich mit dem Nonstop-Abo ein Modell etabliert, das häufige Kinobesuche günstiger macht und vor allem jüngere Besucherinnen und Besucher anzieht. In der Praxis füllen damit nicht die älteren Stammgäste die Säle, sondern eher jene, die Filme als Teil ihrer Freizeitkultur verstehen und das Kino bewusst als Ort außerhalb von Smartphone und Algorithmus suchen.
Dass die Gen Z das Kino wieder stärker annimmt, passt auch zu Hollywoods aktueller Strategie. Große Studios setzen verstärkt auf Filme, die sich in sozialen Netzwerken gut verbreiten lassen und im Kino als Gemeinschaftserlebnis funktionieren. Das betrifft nicht nur Blockbuster, sondern auch Formate, die durch Fan-Kultur, Online-Diskussionen und schnelle Weiterempfehlung zusätzliche Zugkraft entwickeln. Für die Branche ist das ein willkommener Befund: Das Kino bleibt relevant, wenn es nicht nur Inhalte liefert, sondern ein Ereignis bietet.









