In mehreren wichtigen Industriezweigen ziehen sich die Kollektivvertragsverhandlungen hin. Besonders heikel ist die Lage in der Chemischen Industrie: Dort ist am Dienstag ein Streik angekündigt, nachdem auch die sechste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben ist. Der neue Kollektivvertrag für rund 50.000 Beschäftigte sollte eigentlich schon mit Anfang Mai gelten.
Im Zentrum des Konflikts steht vor allem die Frage nach Lohn- und Gehaltserhöhungen in einem Umfeld, in dem die Arbeitgeber auf Zurückhaltung pochen und die Gewerkschaften auf spürbare Abschlüsse drängen. Zuletzt lag ein Angebot der Arbeitgeber über eine Einmalzahlung von 250 Euro auf dem Tisch. Aus Sicht der Arbeitnehmerseite reicht das nicht aus.
Die gewerkschaftlichen Verhandler Mario Mayrwöger von der GPA und Hubert Bunderla von der PRO-GE kündigten an, den Konflikt nun in die Betriebe zu verlagern. Damit erhöht sich der Druck auf die Arbeitgeberseite, obwohl Streiks in Österreich generell selten sind. Für die Beschäftigten in der Chemie ist die Verhandlungsrunde damit in eine offene Eskalation übergegangen.
Zähe Abschlüsse auch in anderen Industriebereichen
Die Lage in der Chemie ist kein Einzelfall. Auch in anderen gewichtigen Sektoren der Industrie wird derzeit um Lohn- und Gehaltserhöhungen gerungen, die Verhandlungen verlaufen zäh und führen bislang nur zu durchwachsenen Ergebnissen. Besonders in wirtschaftlich sensiblen Branchen sind die Spielräume eng, während die Arbeitnehmervertreter auf einen Ausgleich für die Teuerung pochen dürften.
Dass sich die Gespräche über Wochen hinziehen, ist für die laufende Lohnrunde ein Belastungsfaktor. Je länger keine Einigung erzielt wird, desto größer wird das Risiko, dass sich der Konflikt auf die Betriebe und damit auf die Produktion auswirkt. In der Chemischen Industrie ist dieser Punkt nun erreicht.
Die kommenden Tage dürften zeigen, ob der angekündigte Streik den Druck in Richtung eines Abschlusses erhöht oder die Fronten weiter verhärtet. Klar ist: Der Konflikt um die Industrielöhne ist in dieser Runde deutlich rauer als in vielen Jahren zuvor.









