Der Internationale Währungsfonds erwartet für die Weltwirtschaft auch 2026 nur verhaltenes Wachstum. Nach der am Mittwoch in Washington vorgelegten Prognose dürfte die globale Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um 3,0 Prozent zulegen und damit leicht schwächer als im April erwartet. Erst 2027 rechnet der IWF wieder mit einem Anstieg auf 3,4 Prozent.
Als Hauptbelastung nennt der Fonds die Folgen des Kriegs im Nahen Osten, vor allem über höhere Energiepreise. Zugleich fällt die Einschätzung weniger düster aus als noch zu Jahresbeginn. Die Weltwirtschaft habe den Schock durch den Konflikt bislang besser überstanden als befürchtet, heißt es aus dem Währungsfonds.
Für heuer bleibt die Lage aus IWF-Sicht ebenfalls gedämpft. Das globale Wachstum dürfte 2026 bei 3,0 Prozent liegen; für 2024 und 2025 hatte der Fonds jeweils 3,5 Prozent veranschlagt. Damit zeichnet sich nach mehreren Jahren mit robusterer Entwicklung eine Phase aus, in der geopolitische Risiken und konjunkturelle Schwäche die Expansion bremsen.
Der IWF verweist zugleich darauf, dass technologische Neuerungen einen Teil der negativen Effekte kompensieren. Insbesondere Künstliche Intelligenz könne die Belastungen durch den Krieg in Nahost zu einem größeren Teil wieder ausgleichen. Das stützt zwar die Konjunktur, ändert aber nichts daran, dass der Fonds für die kommenden zwei Jahre nur mäßiges Wachstum sieht.
Die neue Prognose ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie die Auswirkungen des Nahostkriegs zwar bestätigt, aber nicht von einem abrupten Einbruch ausgeht. Stattdessen erwartet der IWF vor allem einen zähen Aufholprozess: Erst 2027 soll die Weltwirtschaft wieder etwas kräftiger wachsen. Für die kommenden Monate bleiben damit Energiepreise, geopolitische Unsicherheit und die Entwicklung der großen Volkswirtschaften die entscheidenden Faktoren.









