In Österreich ist die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr erstmals seit drei Jahren wieder leicht gesunken. Laut Alpenländischem Kreditorenverband wurden 2005 Verfahren eingeleitet, das entspricht einem Rückgang um 7,69 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Damit zeichnet sich im Unternehmenssektor eine vorsichtige Entspannung ab, nachdem die Insolvenzzahlen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen waren. Der aktuelle Rückgang fällt allerdings moderat aus und ändert nichts daran, dass die Belastung für viele Betriebe weiter hoch bleibt.
Firmeninsolvenzen gelten als wichtiger Gradmesser für die wirtschaftliche Lage. Sie spiegeln wider, wie stark Unternehmen unter Finanzierungskosten, schwächerer Nachfrage, gestiegenen Energie- und Personalkosten oder verspäteten Zahlungen leiden. Gerade im österreichischen Mittelstand wirken sich solche Belastungen oft mit Verzögerung auf die Liquidität aus.
Die Entwicklung im ersten Halbjahr ist daher eher als Zwischenstand zu lesen denn als Trendwende. Ob sich die Lage im Jahresverlauf weiter stabilisiert, wird auch davon abhängen, wie sich Konjunktur, Zinsen und Binnenkonsum entwickeln.









