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Warum Plastik neu oft billiger bleibt als Recycling

Redaktionelle Szene zum Thema „Warum Plastik neu oft billiger bleibt als Recycling“

Großkonzerne setzen bei Verpackungen weiter häufig auf neues Plastik, weil der Einsatz von Recyclingmaterial nach Ansicht von Reinhard Schneider oft an wenigen Centbeträgen scheitert. Der Chef von Werner & Mertz, dem Hersteller von Frosch und Erdal mit Produktion in Hallein, kritisiert eine Kostenlogik, die recycelte Kunststoffe benachteilige und damit die Kreislaufwirtschaft bremse.

Schneider spricht von einem Preisvorteil, der im Alltag der Branche über den Einsatz von Material entscheiden könne: Rund 1,4 Cent pro Flasche würden am Ende darüber mitbestimmen, ob Unternehmen zu Neuplastik greifen oder auf Rezyklat setzen. Für große Konzerne sei neues Plastik oft die billigere und technisch einfachere Lösung, weil dafür bestehende Maschinen und Produktionslinien ohne größere Umstellungen laufen.

Werner & Mertz verweist dagegen seit Jahren auf Produkte mit hohem Recyclinganteil. Das Unternehmen setzt bei seinen Marken auf recycelte Materialien und positioniert sich damit bewusst gegen einen Markt, in dem günstiger Primärkunststoff weiter dominieren kann. Schneider sieht darin nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein Glaubwürdigkeitsproblem für die gesamte Branche.

Besonders deutlich wird seine Kritik an Rabattschlachten und Greenwashing. Wenn Marken mit Preisaktionen Vertrauen verspielen und zugleich Recycling als teuer oder unpraktisch darstellen, schade das am Ende auch jenen Anbietern, die tatsächlich in geschlossene Materialkreisläufe investieren. Für Europas Recyclingwirtschaft sei das ein Rückschlag, weil sie im Wettbewerb mit billigem Neuplastik immer stärker ins Hintertreffen gerate.

Die Debatte ist auch für die Wirtschaftspolitik relevant: Der Markt entscheidet bislang häufig über den Materialeinsatz, nicht der ökologische Anspruch. Solange Rezyklat im Einkauf teurer bleibt als neues Plastik, dürfte sich daran wenig ändern. Schneider macht damit ein Grundproblem der Branche sichtbar: Nachhaltige Verpackungen sind technisch möglich, wirtschaftlich aber noch nicht überall konkurrenzfähig.

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