Die OPEC+ hat sich auf eine weitere Erhöhung ihrer Erdölproduktion ab August geeinigt. Die Förderländer reagieren damit auf die zuletzt gesunkenen Ölpreise und setzen den bereits im Juni und Juli eingeschlagenen Kurs fort.
Nach den vorliegenden Angaben fällt die Ausweitung erneut in eine Phase, in der die Ölmarktteilnehmer auf ein zusätzliches Angebot eingestellt sind. Schon in den beiden Vormonaten hatte das Bündnis die Förderung angehoben. Damals blieb der praktische Effekt allerdings begrenzt, weil die Meeresenge von Hormuz wegen des Kriegs zwischen den USA und dem Iran für Tanker wichtiger Produzenten wie Saudi-Arabien oder Kuwait geschlossen war.
Die erneute Entscheidung ist vor allem für die Ölpreise an den internationalen Märkten relevant. Mehr Angebot aus dem OPEC+-Verbund gilt in der Regel als dämpfender Faktor für Notierungen, zumal sich der Markt zuletzt ohnehin schwächer gezeigt hatte. Für Förderländer mit hohem Haushaltsbedarf erhöht ein niedrigerer Preis aber zugleich den Druck, Einnahmeverluste über höhere Mengen auszugleichen.
Zur OPEC+ zählen neben den Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder auch weitere große Produzenten, darunter Russland. Das Bündnis hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit gekürzten Fördermengen versucht, die Preise zu stabilisieren. Nun wird die Produktion erneut angehoben, obwohl die Preise bereits nachgeben.
Wie stark die Förderung ab August steigt, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Klar ist aber, dass die Entscheidung in einem sensiblen Marktumfeld fällt: Auf der einen Seite steht die schwächere Nachfrageerwartung, auf der anderen Seite die geopolitische Lage im Nahen Osten, die den Handel mit Rohöl jederzeit beeinflussen kann.









