Ab 1. Juli dürfen in der EU nur noch jene Krypto-Unternehmen ihre Produkte und Services bewerben, die über eine MiCA-Lizenz verfügen. Für die Branche bedeutet das eine deutliche Marktbereinigung: Zahlreiche Anbieter müssen ihre Geschäfte an die neuen Vorgaben der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets anpassen oder den europäischen Markt verlassen.
Betroffen sind vor allem Plattformen und Dienstleister, die bislang in mehreren Mitgliedstaaten teils mit nationalen Bewilligungen oder über Übergangsfristen operierten. In Österreich sind derzeit zehn Anbieter als MiCA-konform registriert, weitere Firmen befinden sich nach Angaben der Behörden im Zulassungsprozess. Damit könnte der hiesige Markt schon bald wachsen, auch wenn europaweit mit einer spürbaren Konsolidierung gerechnet wird.
Was die Regeln für Konsumenten bedeuten
Für Anlegerinnen und Anleger soll die neue Rechtslage vor allem mehr Transparenz und besseren Schutz bringen. MiCA verpflichtet Anbieter unter anderem zu klareren Informationen über Risiken, Geschäftsmodell und Verwahrung der Kundengelder. Wer künftig Krypto-Dienstleistungen in der EU anbieten will, muss strengere Anforderungen an Organisation, Governance und Kapital erfüllen.
Der Preis dafür ist ein kleineres Angebot. Nicht alle Unternehmen werden die Lizenzhürden rechtzeitig schaffen. Die Folge könnte sein, dass manche Börsen, Wallet-Anbieter oder Zahlungsdienste ihre Aktivitäten einstellen oder ihre Dienste in einzelnen Ländern beschränken. Für Konsumenten kann das bedeuten, dass bekannte Marken verschwinden, der Zugang zu bestimmten Produkten schwieriger wird oder sich Gebühren und Konditionen ändern.
Wie stark der Markt tatsächlich schrumpft, ist auch innerhalb der Branche umstritten. Während die einen in MiCA einen längst nötigen Rahmen sehen, kritisieren andere den Aufwand und befürchten, dass vor allem kleinere Anbieter aus dem Markt gedrängt werden. Die neuen Regeln gelten zudem nicht nur für europäische Firmen, sondern auch für internationale Plattformen, die Kunden in der EU ansprechen wollen.
Ein frühes Beispiel für die neuen Hürden ist die Kryptobörse Kucoin, die ihren Handelsstart in Österreich Ende Jänner noch mit großem Aufwand präsentierte. Kurz darauf wurden Handel und Einzahlungen wieder ausgesetzt. Der Fall zeigt, wie rasch sich der operative Spielraum für Anbieter unter den neuen Vorgaben verengen kann.









