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50 Jahre Bachmannpreis: Ehemalige Teilnehmer über das literarische Ausnahmeformat

Redaktionelle Szene zum Thema „50 Jahre Bachmannpreis: Ehemalige Teilnehmer über das literarische Ausnahmeformat“

Mit der Eröffnung der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt rückt der Ingeborg-Bachmann-Preis wieder ins Zentrum der literarischen Öffentlichkeit. Zum Jubiläum haben ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Erinnerungen, Streit und die besondere Form dieses Wettbewerbs gesprochen, der seit 1977 jedes Jahr Autorinnen und Autoren nach Klagenfurt bringt.

Der Bachmannpreis gilt bis heute als Sonderfall im deutschsprachigen Literaturbetrieb. 14 Texte werden über drei Tage öffentlich gelesen und anschließend diskutiert, das Verfahren ist seit Jahrzehnten unverändert und macht die Veranstaltung zu einem ebenso beobachteten wie umstrittenen Literaturereignis. Schon zur Premiere 1977 sorgte der kompetitive Charakter für Irritationen. Der öffentliche Wettbewerb um einen Preis wurde von Kritikern früh als „Dreitagerennen“ oder „würdiges Wettlesen“ verhandelt.

Dass der Bachmannpreis auch nach 50 Jahren Aufmerksamkeit erzeugt, liegt nicht zuletzt an dieser Mischung aus Literatur, Live-Situation und unmittelbarer Bewertung. Während sich der Buchmarkt stark verändert hat und digitale Lese- und Empfehlungskulturen an Bedeutung gewonnen haben, bleibt Klagenfurt ein Ort, an dem neue Texte direkt vor Publikum und Jury verhandelt werden. Gerade daraus bezieht der Wettbewerb seinen Ruf als literarische Ausnahmeerscheinung.

Die Tage der deutschsprachigen Literatur werden am Mittwochabend eröffnet. In den kommenden Tagen lesen die eingeladenen Autorinnen und Autoren ihre Texte vor, ehe die Jury öffentlich diskutiert und die Preisentscheidungen fällt. Der Ingeborg-Bachmann-Preis ist damit nicht nur ein literarischer Wettbewerb, sondern auch ein Prüfstein für Debatten über Sprache, Gegenwartsliteratur und die Frage, wie Literatur öffentlich vermittelt werden kann.

Zum Jubiläum steht weniger ein nostalgischer Rückblick im Vordergrund als die Frage, warum dieses Format trotz aller Kritik fortbesteht. Für viele Schreibende ist Klagenfurt bis heute ein Ort mit besonderem Prestigewert. Für das Publikum bleibt es eines der wenigen Formate, in denen neue Literatur im Moment ihres Entstehens diskutiert und bewertet wird.

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