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Lohnnebenkosten sinken deutlich – Unternehmen bleiben trotzdem unzufrieden

Redaktionelle Szene zum Thema „Lohnnebenkosten sinken deutlich – Unternehmen bleiben trotzdem unzufrieden“

Die Bundesregierung senkt die Lohnnebenkosten für Unternehmen ab 2028 um netto rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Trotzdem fällt die Reaktion aus Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung verhalten aus: Beide Verbände halten die Entlastung zwar für richtig, sehen aber zu wenig Signal für eine breitere Standortoffensive.

Nach den Plänen der Koalition ist die Senkung der Lohnabgaben die wichtigste wirtschaftspolitische Entlastungsmaßnahme des Pakets. Laut den vorliegenden Angaben handelt es sich um die größte einmalige Reduktion dieser Art in Österreichs Geschichte. Für die Betriebe bedeutet das ab 2028 eine spürbare Reduktion der Kosten auf Arbeit. Der fiskalische Effekt ist beträchtlich: Das Entlastungsvolumen liegt über den jährlichen Ausgaben des Bundes für Forschungs-, Kunst- und Kulturförderung zusammen.

Gerade das erklärt den politischen Anspruch der Regierung. Finanzminister Markus Marterbauer stellte das Paket im Nationalrat gemeinsam mit den übrigen Regierungsmitgliedern vor. Die Entlastung soll Unternehmen Luft verschaffen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken, ohne das Budget in den kommenden Jahren aus dem Gleichgewicht zu bringen.

In der Wirtschaft stößt der Kurs dennoch nicht auf breite Zustimmung. Die Kritik richtet sich weniger gegen die Senkung an sich als gegen die Einordnung des Gesamtpakets. Unternehmen und ihre Interessenvertretungen verweisen seit Langem auf hohe Arbeitskosten, Bürokratie und die schwache Konjunktur. Aus ihrer Sicht reicht eine spätere Entlastung bei den Lohnnebenkosten allein nicht aus, um den Standort nachhaltig zu stärken.

Hinzu kommt der Zeitfaktor: Dass die Entlastung erst ab 2028 greifen soll, dämpft aus Sicht vieler Betriebe den unmittelbaren Nutzen. Für Unternehmen, die jetzt unter schwacher Nachfrage und hohen Kosten leiden, kommt die Wirkung spät. Die Regierung setzt dagegen auf einen mehrjährigen Budgetpfad, der Entlastung und Konsolidierung miteinander verbinden soll.

Österreichs Unternehmen erhalten damit zwar eine der größten steuer- und abgabenpolitischen Entlastungen der vergangenen Jahre. Die skeptische Reaktion aus den zentralen Wirtschaftsverbänden zeigt aber, dass der Ruf nach weiteren Reformen damit nicht verstummt ist.

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