Die geplante Entlastung bei Lebensmitteln wird für einen Durchschnittshaushalt durch die neue Paketabgabe nahezu wieder aufgezehrt. Nach einer Berechnung sinkt der Nettoeffekt der beschlossenen Mehrwertsteuersenkung auf Nahrungsmittel auf 1,60 Euro pro Monat, weil ab Oktober zusätzlich die umstrittene Abgabe auf Paketsendungen greift.
Der Nationalrat hat die Senkung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel bereits beschlossen. Parallel dazu startet im Herbst die neue Paketabgabe, die vor allem den Onlinehandel und damit auch private Konsumenten trifft. Für viele Haushalte bedeutet das: Was bei Lebensmitteln eingespart wird, kommt über andere Ausgaben nur teilweise wieder an.
Entlastung und Belastung heben sich weitgehend auf
Die Rechnung zeigt, wie stark fiskalische Maßnahmen einander neutralisieren können. Zwar sollen Nahrungsmittel günstiger werden, doch die zusätzliche Abgabe auf Pakete schränkt den finanziellen Spielraum für den durchschnittlichen Haushalt deutlich ein. Aus der ursprünglichen Entlastung bleibt demnach nur ein kleiner Restbetrag übrig.
Besonders relevant ist das für Konsumenten, die regelmäßig online bestellen. Die Paketabgabe verteuert jede Lieferung und trifft damit nicht nur größere Händler, sondern auch kleinere Bestellungen im Alltag. Für den Staat bringt sie zusätzliche Einnahmen, für Haushalte jedoch einen direkten Kosteneffekt, der die Wirkung der Mehrwertsteuersenkung mindert.
Politisch umstrittene Kombination
Die beiden Maßnahmen werden politisch unterschiedlich bewertet: Während die Senkung der Mehrwertsteuer als Entlastung bei den Lebenshaltungskosten dargestellt wird, gilt die Paketabgabe als umstritten, weil sie neue Kosten für Verbraucher schafft. Zusammengenommen ergibt sich daraus laut Berechnung nur noch ein sehr geringer Nettoeffekt von 1,60 Euro monatlich.
Für die Frage, wie stark Haushalte tatsächlich profitieren, ist damit nicht nur die Steuerentscheidung selbst, sondern auch die Gegenfinanzierung entscheidend. Die Beschlüsse zeigen, dass Steuererleichterungen und neue Abgaben in der Praxis rasch gegeneinander aufgerechnet werden können.









