Nach der sechsten Verhandlungsrunde im Chemie-Kollektivvertrag haben die Gewerkschaften GPA und Pro-Ge einen zweistündigen Warnstreik angekündigt. Betroffen sind rund 50.000 Beschäftigte der Chemischen Industrie. Auslöser ist, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer erneut nicht auf einen neuen Kollektivvertrag einigen konnten.
Nach Angaben der Gewerkschaften blieb auch das zuletzt vorliegende Angebot der Arbeitgeber unverändert. Dabei ging es um eine Einmalzahlung von 250 Euro, die aus Sicht der Arbeitnehmerseite nicht ausreicht, um einen Abschluss zu ermöglichen. Der Warnstreik soll im Zeitraum zwischen 26. Mai und 1. Juni stattfinden.
Die Chemiebranche zählt zu den größeren industriellen Sektoren in Österreich und ist für viele Betriebe ein wichtiger Kostenfaktor, weil der Kollektivvertrag nicht nur Löhne und Gehälter, sondern auch die allgemeine Verhandlungslage für spätere Abschlüsse prägt. Gerade in einer Phase anhaltend angespannter Industriekonjunktur gelten die Gespräche als heikel.
Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits für 2. Juni angesetzt. Ob bis dahin noch Bewegung in die Gespräche kommt, ist offen. Mit dem angekündigten Warnstreik erhöhen GPA und Pro-Ge jedenfalls den Druck auf die Arbeitgeberseite, nachdem bereits sechs Runden ohne Ergebnis geblieben sind.









