Der geplante Börsengang von Space X in New York dürfte weit über den Technologiesektor hinaus Wirkung entfalten: Mit einem erwarteten Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar wäre der von Elon Musk gegründete Konzern die größte Neueinführung der Börsengeschichte. Am Freitag soll Space X an der US-Technologiebörse Nasdaq erstmals gehandelt werden. Für die Finanzmärkte bedeutet das vor allem eines: Kapital wird in großem Stil umgeschichtet.
Wenn Anlegerinnen und Anleger in das neue Papier einsteigen, muss das Geld irgendwoher kommen. Nach dem derzeitigen Stand werden dafür in großem Umfang Mittel aus anderen Anlageklassen abgezogen. Besonders im Blick stehen dabei Kryptowährungen, die unter den Umschichtungen leiden könnten, während der Dollar von der erhöhten Nachfrage nach US-Anlagen profitieren dürfte. Der Börsengang wirkt damit nicht nur als Einzelereignis, sondern als Liquiditätsmagnet für den gesamten Markt.
Die Dimension ist enorm: Space X würde mit dem angestrebten Volumen die bisherige Bestmarke des saudischen Ölkonzerns Aramco deutlich übertreffen. Aramco hatte bei seinem Börsengang im Dezember 2019 rund 25,6 Milliarden Dollar eingesammelt. Für Space X wird dem Vernehmen nach eine noch viel größere Nachfrage erwartet; kolportiert sind vier Kaufaufträge pro angebotener Aktie. Das zeigt, wie stark der Appetit auf das Unternehmen und auf große Wachstumsstorys derzeit ist.
Genau davor warnen Anlegerschützer. Je größer der Hype um ein einzelnes Börsenereignis, desto größer sei die Gefahr, dass Bewertungsmaßstäbe in den Hintergrund treten. Der Rekord-IPO könne deshalb einen Sogeffekt auslösen, der kurzfristig andere Märkte belastet und zugleich die Risikoneigung an den Finanzmärkten verschiebt.
Für internationale Investoren ist der Börsengang auch ein Test für die Verfassung des US-Kapitalmarkts. Dass ein einzelnes Unternehmen mit einem solchen Volumen frisches Geld einsammelt, unterstreicht die Bedeutung der Wall Street als globalen Finanzplatz. Zugleich könnte der Schritt in den kommenden Handelstagen für spürbare Bewegungen bei liquiden US-Anlagen, bei Digitalwährungen und beim Dollar sorgen.









