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Mehr als 130.000 Verbraucher schließen sich Sammelklage gegen Amazon Prime an

Redaktionelle Szene zum Thema „Mehr als 130.000 Verbraucher schließen sich Sammelklage gegen Amazon Prime an“

Mehr als 130.000 Verbraucher in Deutschland haben sich der Sammelklage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die Preiserhöhung bei Amazon Prime angeschlossen. Betroffene können sich weiterhin in das Klageregister eintragen, teilte die Verbraucherzentrale mit.

Auslöser des Verfahrens ist die Anhebung des Prime-Preises im Sommer 2022. Seit September 2022 zahlen Kundinnen und Kunden in Deutschland bei jährlicher Abrechnung 89,90 Euro statt 69 Euro, bei monatlicher Zahlung 8,99 Euro statt 7,99 Euro. Nach Angaben der Verbraucherzentrale betrifft die Preisänderung Millionen Menschen.

Streit um Zustimmung zur Preiserhöhung

Kern des Rechtsstreits ist die Frage, ob Amazon die Erhöhung wirksam durchsetzen konnte. Verbraucherschützer kritisieren seit längerem, dass der Konzern die Zustimmung der Kundinnen und Kunden in einer Form eingeholt habe, die rechtlich nicht ausreiche. Mit der Sammelklage soll geklärt werden, ob die Preisanhebung ohne eine wirksame Zustimmung zulässig war.

Sammelklagen sind in Deutschland ein vergleichsweise neues Instrument für Verbraucherschutzverfahren. Sie sollen es Betroffenen erleichtern, gemeinsam gegen ein Unternehmen vorzugehen, ohne selbst sofort individuell klagen zu müssen. Für Amazon geht es damit nicht nur um die konkrete Prime-Gebühr, sondern auch um die Frage, wie weit Online-Anbieter ihre Vertragsbedingungen einseitig anpassen können.

Wachsende Beteiligung setzt Amazon unter Druck

Die hohe Zahl an registrierten Verbraucherinnen und Verbrauchern erhöht den Druck auf den US-Konzern deutlich. Prime ist für Amazon ein zentrales Abo-Modell mit Versandvorteilen und weiteren digitalen Leistungen. Gerade in einem Markt wie Deutschland, in dem Preisfragen und Vertragsbedingungen besonders sensibel geprüft werden, hat das Verfahren daher auch Signalwirkung für andere Anbieter von Abo-Diensten.

Wie das Verfahren am Ende ausgeht, dürfte für viele Kundinnen und Kunden auch finanziell relevant sein. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnten sich daraus Ansprüche auf Rückzahlungen oder andere Entlastungen ergeben. Bis dahin bleibt der Fall ein bedeutender Test für den Umgang mit Preisanpassungen bei digitalen Abos.

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