Die Wiener ÖVP hat das Förderprogramm Wiener Bildungsversprechen erneut scharf kritisiert und wirft den Neos vor, 373.000 Euro für „Bürokratie“ statt für Schüler auszugeben. Mit dem Beschluss aus dem Bildungsausschuss wird die Abwicklung des Programms neu organisiert: Künftig soll nicht mehr ein Team der Magistratsabteilung 13, sondern das externe Education Lab die Koordination übernehmen.
Das Wiener Bildungsversprechen wurde 2022 von den Neos im Bildungsressort gestartet. Das Programm richtet sich an ausgewählte Schulen in sozial belasteten Gegenden und soll mit gezielten Fördermaßnahmen mehr Chancengerechtigkeit schaffen. Nach den vorliegenden Angaben nehmen derzeit 37 Schulen teil, darunter 18 Volksschulen, 17 Mittelschulen und zwei inklusive Schulen.
Die nun diskutierten 373.000 Euro sind für die Umstellung der Betreuung vorgesehen. Aus Sicht der ÖVP ist das Geld ein Beispiel für ineffizienten Mitteleinsatz: Statt direkt im Schulalltag anzukommen, fließe es in Verwaltung und Organisation. Die Neos halten dem demnach entgegen, dass die Mittel korrekt eingesetzt würden und die Neuaufstellung die Umsetzung des Programms professioneller machen solle.
Politisch heikel ist die Debatte auch deshalb, weil Wien im Bildungsbereich seit Jahren unter Druck steht. Brennpunktschulen und Fragen der Sprachförderung gehören zu den Dauerthemen in der Stadtpolitik. Das Bildungsversprechen war als gezielte Unterstützung für solche Standorte gedacht, nun steht das Prestigeprojekt selbst wegen seiner Struktur und Kosten im Feuer der Kritik.
Die Frage bleibt, wie viel von der Summe tatsächlich bei den Schulen ankommt und wie stark das externe Education Lab künftig in die praktische Umsetzung eingebunden ist. Für die Opposition ist der Fall ein weiteres Argument gegen die Bildungspolitik der Stadtregierung, für die Neos hingegen ein notwendiger organisatorischer Schritt, um das Programm auszuweiten und zu stabilisieren.









