In Wien-Margareten hat ein Streit um die Rüdigergasse die Bezirksvertretung derart aufgeheizt, dass die Sitzung nach Angaben aus dem politischen Umfeld von Sicherheitskräften begleitet werden musste. Im Zentrum steht ein Umbauplan der Grünen rund um Bezirksvorsteher Michael Luxenberger, der laut Vorlage 1,4 Millionen Euro aus Bezirksrücklagen für mehr Begrünung und eine veränderte Verkehrsführung in der kleinen Gasse vorsieht.
Die Maßnahme würde nach derzeitigem Stand drei Viertel der Parkplätze in der Rüdigergasse kosten. Kritiker sehen darin vor allem einen neuerlichen Verlust von Abstellflächen in einem Bezirksteil, in dem Parkraum ohnehin knapp ist. In sozialen Medien und bei Anrainern stößt das Projekt deshalb auf deutlichen Widerstand.
Politisch ist der Konflikt auch deshalb brisant, weil Margareten seit Jahren als Bezirk mit klaren Lagergrenzen gilt. Während die Grünen in einzelnen Teilen stark verankert sind, formiert sich im Bezirk immer wieder Widerstand gegen Verkehrsberuhigung und Umgestaltungen zulasten des Autos. Die Rüdigergasse, eine kurze Verbindungsstraße zwischen Schönbrunner Straße und Wienzeile, ist damit zum Symbol eines größeren Grundsatzstreits geworden.
Nach Angaben aus dem SPÖ-Umfeld war die Bezirksvertretungssitzung am Dienstag sogar von vier bewaffneten Sicherheitskräften aus dem Rathaus geschützt. Die Präsenz der Security zeigt, wie angespannt die Stimmung rund um das Vorhaben inzwischen ist. Aus dem Grünen Umfeld heißt es, die Vorbereitungen für die Sitzung seien angesichts der aufgeheizten Lage erfolgt.
Im Kern geht es um die Frage, ob ein bezirksfinanzierter Umbau in einer wenig bedeutenden Seitenstraße ein sinnvoller Beitrag zu mehr Grünraum und weniger Verkehr sei – oder ob dafür zu viele Stellplätze geopfert werden. Die Debatte in Margareten hat sich damit längst von einer lokalen Verkehrsfrage zu einem politischen Machtkampf im Bezirk entwickelt.









