Henkel, Eli Lilly und das Hotel Sacher werden heuer 150 Jahre alt – und setzen trotzdem nicht auf Stillstand. Der deutsche Konsumgüterkonzern, der US-Pharmariese und das Wiener Traditionshaus betonen, dass Tradition für sie kein Argument gegen Veränderung ist. Am Standort Österreich verbindet die drei Unternehmen aber auch die Kritik an schwierigen Rahmenbedingungen.
Bei Henkel steht der Wandel seit Jahren im Zeichen eines einfachen Prinzips: Nur wer seine Produkte laufend anpasst, bleibt im Markt relevant. Österreich-Chefin Birgit Rechberger-Krammer verweist darauf, dass etwa Persil nur Persil bleiben könne, wenn es immer wieder verändert werde. Der Konzern ist mit Marken wie Persil, Loctite und diversen Kosmetikprodukten breit aufgestellt und muss in mehreren Sparten zugleich auf neue Kundenbedürfnisse, technologische Entwicklungen und Wettbewerb reagieren.
Auch Eli Lilly hat sich von einem klassischen Pharmaproduzenten zu einem globalen Schwergewicht entwickelt, das heute vor allem mit Diabetes- und anderen Medikamenten verbunden wird. Der Konzern steht exemplarisch für eine Branche, in der Forschung, Zulassung, Produktionskapazitäten und internationale Lieferketten über den Markterfolg entscheiden. Gerade in Europa und Österreich wird deshalb häufig über die Frage diskutiert, wie attraktiv der Standort für forschungsintensive Industrie bleibt.
Das Hotel Sacher wiederum steht für ein anderes Geschäftsmodell, aber vor einer ähnlichen Aufgabe. Das Haus lebt von seiner Geschichte, muss aber zugleich bei Angebot, Service und Positionierung laufend nachschärfen, um im hart umkämpften Wiener Hotel- und Tourismusmarkt relevant zu bleiben. Tradition allein sei kein Geschäftsmodell, lautet die gemeinsame Botschaft der drei Jubilare sinngemäß.
Die Jubiläen zeigen auch, wie langlebig Marken sein können, wenn sie sich immer wieder neu erfinden. Zugleich machen die Unternehmen deutlich, dass sie sich in Österreich bessere Rahmenbedingungen wünschen. Für Industrie, Pharma und Tourismus sind dabei vor allem Planbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen entscheidend.









