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KI-Rally an den Börsen: Warnungen vor einer Blase werden lauter

Redaktionelle Szene zum Thema „KI-Rally an den Börsen: Warnungen vor einer Blase werden lauter“

Die Kursgewinne rund um Künstliche Intelligenz haben an den Finanzmärkten eine neue Größenordnung erreicht. Angeführt von US-Technologiekonzernen und dem Chipriesen Nvidia sind die Börsen seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 kräftig gestiegen, zugleich nehmen die Warnungen vor einer möglichen Spekulationsblase zu.

Besonders an der Wall Street hat der KI-Boom in den vergangenen Monaten für Rekorde gesorgt. Nvidia gilt dabei als Symbol der Entwicklung: Der Börsenwert des Konzerns ist massiv gestiegen, weil seine Chips als unverzichtbar für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle gelten. In ihrem Sog legten auch andere Schwergewichte aus dem Technologiesektor zu, was den Nasdaq-Index auf deutlich höhere Niveaus gehievt hat.

Der Hype beschränkt sich längst nicht mehr auf die USA. Auch in Asien springen Aktienmärkte zunehmend auf das Thema auf. Anleger setzen dort wie in den Vereinigten Staaten auf Unternehmen, die direkt von KI-Anwendungen, Rechenzentren oder der Halbleiterproduktion profitieren könnten. Das verstärkt die Fantasie an den Märkten, macht die Bewertungen aber zugleich anfälliger für Rückschläge.

Die Sorge der Skeptiker: Die Erwartungen an die wirtschaftlichen Erträge der Technologie könnten sich schneller aufgebläht haben als die realen Gewinne. Genau daran entzündet sich die Frage, ob sich die Branche bereits in einer Blase befindet oder ob es sich noch um eine rechtfertigbare Neubewertung handelt. Entscheidend ist dabei, ob die hohen Investitionen in Chips, Infrastruktur und Software in den kommenden Quartalen in belastbare Umsätze und Ergebnisse übersetzt werden.

Zusätzliche Brisanz bekommt die Lage durch die bevorstehenden großen Börsengänge von KI-Unternehmen. Sie könnten den Markt weiter anheizen und neue Vergleichswerte für die Bewertung der Branche schaffen. Zugleich würden sie zeigen, wie viel Vertrauen Investoren derzeit in das Geschäftsmodell rund um generative KI setzen.

Die nächsten Wochen werden zum Test

Für den Markt könnte sich schon in den kommenden zwei Wochen zeigen, ob die derzeitige Euphorie trägt oder ob die Stimmung kippt. Sollten die erwarteten Börsengänge auf großes Interesse stoßen und die Kurse weiter steigen, würde das die Erzählung vom anhaltenden KI-Superzyklus stärken. Kommt es dagegen zu schwächerer Nachfrage oder enttäuschenden Unternehmenszahlen, dürfte die Debatte über eine Blase neuen Auftrieb bekommen.

Fest steht: Der KI-Boom ist an den Börsen längst mehr als ein kurzfristiger Trend. Er prägt die Kursentwicklung der großen Technologieindizes und beeinflusst die Risikobereitschaft der Anleger weltweit. Ob daraus ein dauerhaftes Wachstumsnarrativ oder eine überhitzte Phase wird, dürfte sich erst in den nächsten Marktprüfungen zeigen.

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