Der Energieverbrauch in Österreich ist im April im Jahresabstand gestiegen: Die Abgabe von Strom an Endkunden erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 5,3 Terawattstunden, der Gasverbrauch legte um 5,4 Prozent auf 5,95 Terawattstunden zu. Gleichzeitig ging die heimische Energieproduktion in beiden Bereichen zurück, wodurch die Stromimporte zunahmen.
Die jüngsten Daten der Regulierungsbehörde E-Control zeigen damit ein gegenläufiges Bild: Während Haushalte und Unternehmen mehr Energie nachfragten, fiel die in Österreich erzeugte Menge bei Strom und Gas geringer aus als im Vorjahresmonat. Besonders beim Strom schlug sich das in einem höheren Importbedarf nieder.
Der Anstieg des Stromverbrauchs fiel damit zwar moderat aus, markiert aber eine Wende gegenüber Monaten, in denen der Verbrauch wegen schwächerer Konjunktur, milder Witterung und Sparmaßnahmen teils gedämpft war. Dass der Gasverbrauch im April stärker zulegte als der Strombedarf, verweist auf eine weiterhin hohe Bedeutung des Energieträgers für Industrie, Gewerbe und Wärmeversorgung.
Für den heimischen Energiemarkt bleibt die Entwicklung relevant, weil Österreich bei Strom und Gas auf eine stabile Versorgung über Erzeugung, Speicher und grenzüberschreitende Handelsströme angewiesen ist. Sinkt die Produktion im Inland, steigt die Abhängigkeit von Importen oder von der Verfügbarkeit anderer Quellen. Gerade im Stromsystem kann das die Handelsbilanz im Monatsvergleich deutlich verschieben.
Die Zahlen sind auch deshalb bemerkenswert, weil sie auf einen Monat mit steigendem Verbrauch bei gleichzeitig rückläufiger Eigenproduktion fallen. Für Versorger und Netzbetreiber bedeutet das mehr Bewegung im Marktausgleich, für die Preisentwicklung aber noch keinen automatisch ableitbaren Trend. Ob sich daraus eine nachhaltige Nachfragebelebung ergibt, wird sich erst in den kommenden Monatswerten zeigen.









