Die 15-jährige Wienerin Ivonn Simeonova träumt von der Formel 1 – und arbeitet bereits konkret darauf hin. Die Nachwuchsfahrerin ist Teil der weltweiten Initiative „More than equal“, die Frauen im Motorsport gezielt fördern und den Sprung bis in die Königsklasse erleichtern will.
Simeonova gehört damit zu einer kleinen Gruppe junger Fahrerinnen, denen nicht nur das sportliche Talent, sondern auch die strukturelle Hürde im Männer-Motorsport bewusst ist. Der Weg in die Formel 1 beginnt im Kart- und Formelsport, doch gerade dort sind Mädchen und Frauen noch immer deutlich in der Minderheit. Genau an diesem Punkt setzt die Initiative an.
Breite physisch möglich, der Weg aber schwer
Dass Frauen einen Formel-1-Wagen grundsätzlich fahren können, ist sportphysiologisch kein Hindernis. Die Belastung im Cockpit ist hoch, aber nicht geschlechtsspezifisch unerreichbar. Entscheidend sind vielmehr Zugang, Förderung, Finanzierung und die Chance, sich früh in professionellen Nachwuchsserien zu behaupten.
In der Praxis beginnt die Selektion schon im Nachwuchsbereich. Wer sich dort nicht gegen eine große Konkurrenz durchsetzt und zugleich das nötige Budget für Tests, Einsätze und Weiterentwicklung aufbringt, verliert schnell den Anschluss. Für Fahrerinnen ist dieser Weg oft noch steiler, weil weibliche Vorbilder und Förderstrukturen im Vergleich zu anderen Sportarten selten sind.
Ein Ziel in zehn Jahren
Ivonn Simeonova formuliert ihr Ziel klar: In zehn Jahren will sie in der Formel 1 fahren. Für eine 15-Jährige ist das ein realistischer Zeithorizont, wenn die Entwicklung im Nachwuchssport stimmt. Bis dorthin braucht es jedoch nicht nur Ergebnisse auf der Strecke, sondern auch Kontinuität, professionelles Umfeld und Unterstützung durch Förderprogramme.
„More than equal“ versucht genau das: Talente sichtbar zu machen und den Frauenanteil im Motorsport über einzelne Erfolgsgeschichten hinaus zu erhöhen. Für Simeonova ist die Initiative damit mehr als ein Symbol. Sie ist Teil eines Versuchs, die nächste Generation von Rennfahrerinnen in einem Umfeld zu etablieren, das jahrzehntelang fast ausschließlich Männern vorbehalten war.









