Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Kritik an geplante Paketabgabe: Viele bestellen weiter online

Redaktionelle Szene zum Thema „Kritik an geplante Paketabgabe: Viele bestellen weiter online“

Die von der Bundesregierung geplante Abgabe von zwei Euro auf Pakete stößt auf Kritik, am Einkaufsverhalten ändert das Vorhaben aber vorerst wenig. Vor allem bei Onlinebestellungen rechnen Händler und Branchenvertreter nicht mit einem schnellen Rückgang, weil die kleinen Aufschläge bei vielen Kundinnen und Kunden wohl im Gesamtpreis untergehen würden.

Die Maßnahme ist Teil der Debatte um den boomenden Paketverkehr und um Wettbewerbsbedingungen für heimische Händler. Kritiker warnen, dass eine solche Abgabe vor allem Konsumentinnen und Konsumenten treffe, die regelmäßig im Internet bestellen, während der erhoffte Lenkungseffekt begrenzt bleiben dürfte. Auch der mögliche bürokratische Aufwand steht in der Diskussion.

In Wien fällt das Echo auf die geplante Steuer entsprechend gemischt aus, die Grundtendenz bleibt aber ähnlich: Bestellt werde weiterhin, heißt es aus dem Umfeld der Kundinnen und Kunden. Viele sehen in der Abgabe keinen ausreichenden Anreiz, auf Onlinekäufe zu verzichten, zumal der Preis bei einzelnen Bestellungen oft nur geringfügig steigt.

Für den Handel ist die Entwicklung heikel. Während stationäre Geschäfte seit Jahren unter dem Druck des Onlinehandels stehen, könnte eine Paketabgabe den Preisabstand zu internationalen Plattformen nur begrenzt verringern. Ob die Bundesregierung mit der geplanten Regelung tatsächlich mehr Fairness im Handel erreicht oder vor allem zusätzlichen Aufwand schafft, bleibt damit umstritten.

Diesen Artikel teilen