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Venedig startet mit Streit um Gaza und Frauenquote

Redaktionelle Szene zum Thema „Venedig startet mit Streit um Gaza und Frauenquote“

Beim Filmfestival von Venedig, das an diesem Mittwoch auf dem Lido beginnt, prägen vor allem zwei Themen die Gespräche vorab: der Krieg in Gaza und der Umgang des Festivals mit politischer Kritik. Gleichzeitig steht die Filmbiennale wegen ihrer Frauenquote in der Kritik, obwohl das Programm auch heuer wieder einige bemerkenswerte Arbeiten verspricht.

Vor dem Palazzo del Cinema sind bereits die Flaggen der teilnehmenden Länder gehisst. Die Initiative Venice4Palestine fordert in diesem Jahr zusätzlich die Aufnahme der palästinensischen Fahne. Damit wird schon vor dem ersten roten Teppich deutlich, dass das Festival nicht nur als Schauplatz für Premieren, sondern auch als Ort politischer Symbolik gelesen wird.

Im Zentrum der Debatte steht laut der Vorabdiskussionen auch die Frage, wie weit sich ein großes internationales Festival von der aktuellen Weltlage abschotten kann. Der Krieg in Gaza und der russische Angriff auf die Ukraine bestimmen das Umfeld des Festivals, auch wenn das offizielle Programm zunächst auf Kino und nicht auf Tagespolitik ausgerichtet bleibt.

Hinzu kommt die seit Jahren geführte Debatte über den geringen Anteil von Regisseurinnen im Wettbewerb und im Gesamtprogramm. Trotz dieser schiefen Bilanz soll die Auswahl des heurigen Festivals filmisch einiges bieten. Welche Werke am Ende besonders stark wahrgenommen werden, wird sich erst im Verlauf der kommenden Festivaltage zeigen.

Das Festival läuft heuer in einer Phase, in der kulturelle Großveranstaltungen immer häufiger auf ihre politische Haltung befragt werden. Venedig ist davon besonders betroffen, weil die Filmbiennale traditionell internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht und ihre Bilder aus dem Lido rasch weit über die Filmwelt hinaus wirken.

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