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Neue Indie-Songs aus London und Julia Holters esoterischer Ausflug

Redaktionelle Szene zum Thema „Neue Indie-Songs aus London und Julia Holters esoterischer Ausflug“

Mit neuen Veröffentlichungen von Man/Woman/Chainsaw, Mary in the Junkyard und Julia Holter rückt derzeit eine kleine, aber auffällige Auswahl an Indie- und Pop-Entwürfen in den Vordergrund. Zwei junge Bands aus London setzen dabei auf Unruhe, Freigeist und den bewussten Bruch mit vertrauten Formeln. Julia Holter wiederum schlägt einen deutlich eigenwilligeren, atmosphärisch dichten Weg ein.

Man/Woman/Chainsaw stammen aus London und machen fröhlich rumpelnden Indie-Rock, der in seiner Mischung aus Leichtigkeit und Kante an Arcade Fire erinnert. Der Sommer sei, so die zugrunde liegende Stimmung der Musik, eine Zeit für Lieder, die den Schatten kennen, die Sonne aber nicht scheuen. Als passendes Beispiel dafür gilt der Song Nosedive des Sextetts, das aus vier Frauen und zwei Männern besteht.

Auch Mary in the Junkyard kommen aus London und versuchen, die oft festgefahrenen Vorgaben des Indie-Pop aufzulockern. Die Band setzt dabei auf Freigeist statt auf saubere Glättung und bewegt sich damit bewusst weg von vertrauten Schablonen. In der aktuellen Konstellation stehen solche Zugänge für eine Generation von Gruppen, die sich nicht auf ein enges Genreverständnis festlegen lassen wollen.

Julia Holter wählt einen anderen Zugang. Ihre neue Musik wird als esoterische Kreuzfahrt beschrieben und deutet damit eine stärker entrückte, klanglich suchende Richtung an. Die US-Musikerin ist seit Jahren für Arbeiten bekannt, die Pop, Experimentalität und eine ausgeprägte Stimmungsebene miteinander verbinden. In diesem Zusammenhang fügt sich auch ihr neuer Beitrag in ein Feld, das weniger auf klare Refrains als auf Atmosphäre und Deutungsoffenheit setzt.

Gemeinsam ist den drei Positionen der Wille, sich nicht mit glatten Indie-Formeln zufriedenzugeben. Während Man/Woman/Chainsaw und Mary in the Junkyard aus London heraus nach frischen Wegen im Gitarrenpop suchen, bewegt sich Julia Holter in Richtung einer stärker abstrahierten, beinahe mystischen Klangwelt. Gerade diese Unterschiede machen die Veröffentlichungen zu bemerkenswerten aktuellen Beiträgen im Pop- und Indie-Bereich.

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