Bibiza legt auf seinem neuen Album „Rocknrollst★r“ hörbar andere Töne an. Der Wiener, der zuletzt vor allem als Rapper wahrgenommen wurde, orientiert sich nun stärker an Gitarrenmusik und präsentiert sich zugleich in einer etwas gezügelteren Lebenshaltung. Das Ergebnis klingt nach mehr Kohlensäure als Koks – und oft eingängig, auch wenn die neue Richtung nicht immer besonders originell wirkt.
Mit dem stilistischen Wechsel knüpft Bibiza an eine Entwicklung an, die im heimischen Pop seit Jahren zu beobachten ist: Wer Erfolg hat, wird schnell mit der nächsten großen Hoffnung des Landes verglichen. In Österreich wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Acts wie Wanda, Bilderbuch oder Yung Hurn in solche Rollen gedrängt. Bibiza reiht sich mit „Rocknrollst★r“ nun in jene Reihe von Musikern ein, die nach ersten Erfolgen auch über das reine Rap-Format hinausgehen wollen.
Das neue Album lebt laut dem vorliegenden Material von einem Mix aus Rock-Anleihen und zugänglichen Melodien. Vieles daran wirkt auf den ersten Blick banal, bleibt aber im Ohr. Gerade diese Eingängigkeit dürfte für Bibiza derzeit wichtiger sein als ein radikaler Bruch mit seiner bisherigen Musik.
Ob sich der Wiener die Hinwendung zu rockigeren Klängen bei Charli XCX abgeschaut hat oder umgekehrt, bleibt offen. Fest steht nur: Bibiza sucht auf „Rocknrollst★r“ hörbar nach einem neuen Sound und nach einem Auftreten, das weniger auf Überhöhung als auf kontrollierte Entgrenzung setzt.
Damit bewegt sich der Musiker zwischen zwei Erwartungshaltungen: Er kommt aus dem Rap, bedient aber nun verstärkt die Gitarrenseite des Pop. Für das heimische Publikum ist das ein vertrautes Muster, für Bibiza vorerst vor allem ein neuer Stil auf einem Album, das seine bisherige Rolle erweitert.









