Mit Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ haben die Salzburger Festspiele ihren ersten Aufreger geliefert. Regisseur und Ausstatter Ersan Mondtag verlegt die Handlung auf den Mars und setzt auf ein Bildtheater mit roten Flächen, grellen Momenten und auffälligen Kostümen. Die Musik des Werks bleibt davon unberührt und wird als Stärke der Produktion beschrieben.
Die Inszenierung greift eine der zentralen Eigenheiten der Oper auf: Strauss und sein Librettist Hugo von Hofmannsthal verbinden in „Ariadne auf Naxos“ ernste Oper und komische Elemente. Mondtag verstärkt diesen Kontrast, indem er die Handlung in ein künstliches, deutlich stilisiertes Umfeld rückt. Das Ergebnis ist ein Abend, der visuell stark aufgeladen ist, in der Deutung aber nicht alle Erwartungen erfüllt.
Im Publikum stieß die Produktion auf eine hörbar lebhafte Reaktion. Die Salzburger Premiere brachte neben Neugier auch spürbare Skepsis mit sich, zugleich aber eine klare Bereitschaft, eine Opernregie kontrovers zu diskutieren. Gerade dieser Mix aus Distanz und Opernleidenschaft prägte den Abend.
Musikalisch bleibt „Ariadne auf Naxos“ eine verlässliche Größe im Festspielprogramm. Die Partitur von Richard Strauss sorgt mit ihrer Verbindung aus Leichtigkeit, Ironie und Ausdruckskraft für den eigentlichen Halt der Aufführung. Während die Regie Fragen aufwirft, trägt die Musik die Produktion hörbar mit.
Für die Festspiele markiert die Produktion damit einen Beginn, der weniger durch Harmonie als durch Reibung bestimmt ist. „Ariadne auf Naxos“ präsentiert sich als glitzernde, bewusst überzogene Eröffnung eines Festspielsommers, in dem die Oper selbst im Zentrum bleibt.









