Felix Gall geht als Gesamtdritter in die entscheidende Schlusswoche des Giro d’Italia. Nach starken Bergauftritten liegt der Osttiroler vor dem letzten Ruhetag weiter in Reichweite eines Podestplatzes, nur der dänische Topfavorit Jonas Vingegaard scheint derzeit außer Reichweite zu sein.
Der 28-jährige Österreicher hat sich in den langen und schweren Etappen der zweiten Giro-Hälfte in eine aussichtsreiche Position gebracht. Nach Angaben aus dem Umfeld des Rennens rangiert Gall vor den letzten Tagen auf Platz drei, knapp hinter dem Portugiesen Afonso Eulalio und mit einem deutlichen Polster auf die ersten Verfolger. Sollte er diese Position bis zum Ende halten, wäre es erst das zweite Top-Drei-Ergebnis eines Österreichers in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Grand Tours. Zuvor war das nur Adolf Christian gelungen, der 1957 Dritter der Tour de France wurde.
Für Gall wäre auch Platz zwei noch möglich. Eulalio, der nur rund eine halbe Minute vor ihm liegt, wirkte zuletzt nicht mehr ganz so souverän wie in der ersten Rennhälfte. Zudem hat Gall im Gesamtklassement einen Vorsprung auf weitere Konkurrenten wie Thymen Arensman herausgefahren. Unterstützt wird er dabei von seinen Decathlon-Teamkollegen, unter ihnen Gregor Mühlberger, die das Rennen in den kommenden Bergen mit kontrollieren sollen.
„Bisher läuft es besser als erwartet. Ich habe meine Form in den Bergen bestätigt. Das gibt mir Selbstvertrauen für die letzte Woche“, sagte Gall nach einem Intervalltraining in der Nähe von Mailand. Besonders eindrucksvoll ist aus seiner Sicht vor allem der Vergleich mit Vingegaard, der nach zwei Wochen als klar stärkster Fahrer am Berg gilt und bereits fast drei Minuten vor dem Österreicher liegt.
Gall ordnete den Abstand zum zweimaligen Tour-de-France-Sieger auch selbst ein: Gegen Vingegaard zu verlieren, sei keine Schande, sagte er sinngemäß. Für den Wahl-Salzburger steht damit vor allem die Frage im Raum, ob er seine Form aus den Bergen in die letzten Giro-Etappen retten kann. Nach dem bisherigen Verlauf spricht viel dafür, dass das Podest realistisch bleibt – und dass vor Gall nur ein Fahrer außer Frage steht.









