Isabella Toman, die als Frau Isa arbeitet, zählt zu den auffälligsten Stimmen der feministischen Street Art in Wien. Die Künstlerin und Illustratorin hat in der Stadt bereits zahlreiche Wandbilder gestaltet, darunter auch eine Hausmauer in Ottakring, die sie 2023 im Rahmen des Calle-Libre-Festivals bemalte. Ein kleines Detail auf dem Bild entstand auf Wunsch einer Bewohnerin: ein Frosch in der Brusttasche einer ihrer Figuren.
Frau Isa arbeitet dabei oft in großer Höhe. Bevor sie mit dem Malen beginnt, fährt sie mit der Hebebühne ganz nach oben, um die Dimension der Wand einzuschätzen. Das bisher höchste Gebäude, an dem sie gearbeitet hat, hatte sechs Stockwerke und ragte rund 25 Meter in die Höhe. Angst vor der Höhe habe sie nicht, sagt sie. Unbehaglich werde ihr eher in dem Moment, in dem sich die Hebebühne von der Fassade wegbewegt.
Die Wiener Straßenkunstszene gilt seit Jahren als lebendig, weibliche Positionen sind dort aber weiter selten. Genau deshalb fällt Frau Isa auf: Ihre Figuren sind großformatig, weich gezeichnet und oft von einer sanften, zugleich selbstbewussten Bildsprache geprägt. Die Murals setzen weniger auf Provokation als auf Präsenz – und verbinden Kunst im öffentlichen Raum mit einer klar erkennbaren feministischen Perspektive.
Wie solche Arbeiten an Häuserfassaden ankommen, zeigt das Beispiel in Ottakring. Dort ist Street Art nicht nur Teil des Stadtbilds, sondern auch immer ein Aushandlungsprozess mit den Bewohnern, dem Viertel und den Eigentümern. Dass eine Anwohnerin sogar ein zusätzliches Motiv anregte, verweist auf diese Nähe zwischen Kunst und Alltag. Gerade bei großformatigen Wandbildern entscheidet nicht nur die künstlerische Idee, sondern auch die Einbindung des Umfelds über die Wirkung.
Frau Isa gehört damit zu einer Generation von Künstlerinnen, die den urbanen Raum nicht nur bespielen, sondern auch mit neuen Erzählungen über weibliche Sichtbarkeit, Körperbilder und Selbstverständnis besetzen. Ihre sanften Riesinnen sind in Wien längst mehr als bloße Fassadenmalerei: Sie machen die Stadt an manchen Stellen ein Stück größer und offener.









