Auf 1.050 bis 1.100 Metern Seehöhe betreiben Birgit und Heinz Reitbauer mit dem Wirtshaus am Pogusch eines der ungewöhnlichsten Gastronomieprojekte des Landes. Das Haus in der Hochsteiermark ist nicht bloß ein Ableger des Steirereck im Wiener Stadtpark, sondern Teil eines weitläufigen Betriebes mit Landwirtschaft, Gärten, Glashäusern und mehreren Schlafmöglichkeiten für Gäste.
Das Lokal gilt seit Jahren als feste Größe für Ausflüge in die Region und hebt sich deutlich vom klassischen Wirtshaus ab. Auf dem rund 60 Hektar großen Areal werden aktuell etwa 20 Hektar für Land- und Viehwirtschaft genutzt. Dazu kommen Kräuter- und Gemüsebeete, Erdäpfeläcker, Streuobstwiesen und zwei Glashäuser, in denen auch Zitrusfrüchte wachsen. Nach Angaben aus dem Betrieb finden sich drinnen und draußen inzwischen mehr als 500 verschiedene Pflanzensorten, die in der Küche verwendet werden.
Küche aus eigenem Umfeld
Gerade diese enge Verzahnung von Landwirtschaft und Gastronomie macht das Wirtshaus am Pogusch besonders. Die Küche arbeitet mit Zutaten aus dem eigenen Umfeld und stützt sich damit auf eine Breite, die weit über den üblichen Wirtshausbetrieb hinausgeht. Heinz Reitbauer beschreibt das Haus als seine „zweite Heimat“.
Auch das Angebot für Gäste ist ungewöhnlich. Neben den Gasträumen im Wirtshaus selbst gibt es im großen Glashaus zehn Kabanen als Schlafkojen. Übernachtet werden kann außerdem in Zimmern im alten Stall, in Baumhäusern im nahen Wald sowie in Vogelhäusern am Hang und in der Jagd- und Rehleinhütte.
Mehr als ein Ausflugslokal
Das Wirtshaus am Pogusch ist damit längst mehr als ein saisonaler Abstecher aus Wien. Es verbindet gehobene Gastronomie mit einem landwirtschaftlich geprägten Gesamtkonzept und ist Teil der kulinarischen Handschrift der Reitbauers, die mit dem Steirereck im Stadtpark international bekannt wurden. Der Pogusch steht dabei für eine Form von Wirtshaus, die auf Regionalität, Eigenproduktion und Rückzug in die Landschaft setzt.
Dass das Projekt in dieser Form funktioniert, liegt auch an seiner Größe und Vielfalt. Gemüse, Obst, Kräuter, Viehwirtschaft und Übernachtungsmöglichkeiten greifen ineinander. Das Ergebnis ist ein Betrieb, der sich bewusst vom Standardmodell eines Wirtshauses absetzt und gerade dadurch Aufmerksamkeit findet.









