Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele die Bedeutung der liberalen Demokratie betont. In seiner Rede sprach er von einem politischen System, das nicht von selbst stabil bleibe, sondern laufend gepflegt werden müsse. „Die freie, liberale Demokratie ist eine tägliche Übung“, sagte Van der Bellen demnach in Bregenz.
Der Bundespräsident nutzte den Auftritt vor dem Festspielpublikum für einen grundsätzlichen Appell. Demokratie sei nicht nur eine Frage von Wahlen und Institutionen, sondern auch von Haltung, Verantwortung und der Bereitschaft zum Ausgleich. Gerade die liberale Demokratie lebe davon, dass Unterschiede ausgehalten und Konflikte innerhalb klarer Regeln ausgetragen würden.
Mit seiner Rede setzte Van der Bellen einen politischen Akzent bei einem kulturellen Großereignis, das traditionell auch über den engeren Kunstbetrieb hinaus Aufmerksamkeit bekommt. Die Bregenzer Festspiele gehören zu den wichtigsten Kulturveranstaltungen des Landes und bieten regelmäßig eine Bühne für gesellschaftspolitische Botschaften.
Van der Bellen stellt seit Jahren die demokratische Kultur in den Mittelpunkt seiner öffentlichen Auftritte. Vor dem Hintergrund zunehmender Polarisierung und wachsender Skepsis gegenüber liberalen Institutionen zielt seine Botschaft darauf ab, demokratische Standards nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Die Rede in Bregenz fügt sich in diese Linie ein.
Die Festspieleröffnung selbst ist seit jeher auch ein politisch und gesellschaftlich beachteter Termin. Wenn der Bundespräsident dort spricht, erhält der Aufruf zur Verteidigung der Demokratie ein besonders breites Publikum – in einer Zeit, in der Fragen nach Rechtsstaat, Kompromissfähigkeit und öffentlichem Zusammenhalt in vielen europäischen Staaten an Gewicht gewonnen haben.









