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Streit um süßes Gebäck: Forderung nach neuem Namen für „Negerbrot“

Redaktionelle Szene zum Thema „Streit um süßes Gebäck: Forderung nach neuem Namen für „Negerbrot““

In einer Klagenfurter Konditorei hat der Name „Negerbrot“ eine Debatte ausgelöst, nachdem Aktivisten das Geschäft mit Farbe beschmiert hatten. Auslöser ist die Kritik an der Bezeichnung einer Süßwarenspezialität aus dunkler Schokolade, die von manchen als rassistisch empfunden wird. Der Vandalismus selbst wird von Beobachtern klar abgelehnt – die Frage nach einem zeitgemäßen Namen bleibt davon aber unberührt.

Der Begriff „Negerbrot“ stammt aus einer Zeit, in der solche Bezeichnungen im Alltag kaum hinterfragt wurden. Heute gilt er vielen als verletzend, weil er ein Wort mit kolonialer und diskriminierender Geschichte enthält. Dass sich Betriebe mit solchen Namen schwertun, zeigt sich seit Jahren auch in Österreich immer wieder: Gerade im Lebensmittelbereich geraten traditionelle Produktnamen zunehmend unter Druck, wenn sie nicht mehr zu einem sensibleren Sprachgebrauch passen.

Im konkreten Fall steht weniger das Produkt selbst als die Frage im Raum, warum eine renommierte Konditorei an einer Bezeichnung festhält, die offenkundig polarisiert. Für die einen ist sie Teil der Tradition und der regionalen Backkultur, für die anderen schlicht nicht mehr vertretbar. Dass der Konflikt nun in Sachbeschädigung mündete, verschiebt die Debatte jedoch in eine Richtung, die weder Aufklärung noch Akzeptanz fördert.

Gerade in Österreich wird Sprache zunehmend zum gesellschaftlichen Reizthema, wenn historische Namen auf heutige Sensibilitäten treffen. Unternehmen, Gastronomen und Produzenten stehen dabei vor der praktischen Frage, ob alte Produktbezeichnungen verteidigt oder angepasst werden sollen. Ein neuer Name wäre jedenfalls kein Eingriff in die Qualität des Gebäcks, wohl aber ein Signal, dass man die Kritik ernst nimmt.

Der Fall aus Klagenfurt zeigt damit ein bekanntes Muster: Wo Sprache als ausgrenzend empfunden wird, eskaliert die Auseinandersetzung schnell. Ein sachlicherer Umgang wäre, über eine neue Bezeichnung zu reden, statt ein Geschäft zu beschädigen. Denn dass ein Gebäckstück weiter verkauft werden kann, muss nicht bedeuten, dass sein Name unverändert bleiben sollte.

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