Der Große Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring ist nach drei heißen Tagen in Spielberg mit einer überwiegend positiven Bilanz zu Ende gegangen. Trotz großer Hitze, dichter Anreise und erwartbarer Staus bei der Abfahrt am Sonntag präsentierte sich das Formel-1-Wochenende in der Steiermark organisatorisch stabil, sportlich hochklassig und für die Gastgeber erfolgreich.
Der Veranstalter reagierte auf die Temperaturen mit zusätzlichen Wasserverneblern, kostenlosen Wasser-Entnahmestellen und Sonnencremespendern. Damit wurde das Wochenende nicht nur als Motorsport-, sondern auch als Belastungstest für Infrastruktur und Betreuung der Zuschauer gesehen. Dass es bei mehr als 300.000 Fans auf den Zufahrtswegen zu Verzögerungen kommt, gilt in Spielberg inzwischen als bekannte Begleiterscheinung. Laut Veranstalter waren 320.000 Zuschauer an der Strecke – ein neuer Rekord für den Kurs.
Sportlich bestätigte Mercedes die starke Form. George Russell gewann das Rennen nach der Poleposition souverän und untermauerte damit den Anspruch seines Teams, im Titelkampf wieder eine Rolle zu spielen. Für Mercedes war der Erfolg auch deshalb bedeutsam, weil die Konkurrenz mit aufgerüsteten Autos zum Red Bull Ring gekommen war, der britische Rennstall aber die Spitzenposition verteidigte.
Im Mittelpunkt stand zudem Kimi Antonelli. Der junge Mercedes-Pilot wurde Dritter und behauptete damit seine klare WM-Führung. Für das Team ist das ein weiterer Hinweis darauf, dass Mercedes nicht nur im Rennen konkurrenzfähig ist, sondern auch über die Fahrerbesetzung Perspektiven für den weiteren Saisonverlauf hat.
Max Verstappen erlebte ein Wochenende mit Licht und Schatten. Die Saison hatte für den vierfachen Weltmeister zunächst ernüchternd begonnen, doch Red Bull hat im Verlauf des Jahres deutlich aufgeholt. In Spielberg zeigte Verstappen erneut seine Klasse: Nach einem Defekt am Heckflügel im Qualifying, der ihn ausbremste, fuhr er im Rennen noch auf Platz zwei. Für den Niederländer war das vor allem ein Signal, dass er wieder realistisch um Siege mitfahren kann.
Weniger glücklich verlief das Wochenende für Ferrari. Die Scuderia blieb hinter den Erwartungen zurück und konnte im Kampf um die vorderen Plätze nicht entscheidend eingreifen. Damit bleibt der Red Bull Ring für das Team ein weiterer Standort, an dem der Abstand zur Spitze sichtbar wurde.
Unterm Strich bleibt Spielberg ein Formel-1-Standort mit großer Strahlkraft. Die Kombination aus guter Organisation, treuem Publikum und sportlicher Spannung unter extremen Bedingungen bestätigte einmal mehr, warum der Kurs in der Steiermark seit 2014 fest im Kalender verankert ist.









