Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Kalajdzic, Laufstärke und Pressing: Die Zahlen hinter Österreichs WM-Aufstieg

Redaktionelle Szene zum Thema „Kalajdzic, Laufstärke und Pressing: Die Zahlen hinter Österreichs WM-Aufstieg“

Österreichs WM-Aufstieg in die K.o.-Phase lässt sich auch statistisch klar belegen: Beim 3:3 gegen Algerien ragten vor allem Sasa Kalajdzic, die laufstarken Offensivspieler und das intensive Pressing des ÖFB-Teams heraus. Der Ausgleich in der 95. Minute fiel nach einer Phase, in der Algerien 109 Pässe spielte, ohne dass ein Österreicher den Ball berührte. Danach schlug Kalajdzic in der Schlussminute zu.

Der 2 Meter große Angreifer brauchte für sein Tor nur 61 Sekunden Einsatzzeit. Bis dahin hatte er zwei Kopfballberührungen, die zweite wurde entscheidend. Teamchef Ralf Rangnick sprach danach von einem Treffer, wie er trotz tausender Trainingsversuche nicht gelinge, und verwies auf den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.

Mit dem späten Ausgleich schrieb Österreich auch eine bemerkenswerte WM-Serie fort. In fünf der vergangenen sechs WM-Spiele traf das Team in der Nachspielzeit – über Toni Polster, Ivica Vastic, Andreas Herzog, Marko Arnautovic und nun Kalajdzic. Zudem war es das erste WM-Remis, in dem beide Teams jeweils in der Nachspielzeit trafen.

Auch die spielerische Statistik zeigt, wie viel das ÖFB-Team in dieser Phase investierte. Österreich beging in den drei Gruppenspielen 20 Fouls und gehörte damit zu den diszipliniertesten Teams des Turniers. Gleichzeitig unterstrich der Auftritt gegen Algerien, dass Rangnicks Mannschaft nicht nur über Tempo und Laufarbeit kommt, sondern auch in engen Phasen die Ruhe für späte Treffer behält.

Historisch ist der Einzug in die K.o.-Runde ebenfalls bemerkenswert: Österreich bestritt zuletzt vor 72 Jahren ein WM-K.o.-Spiel. 1954 verlor das Team in Basel das Semifinale gegen Deutschland 1:6 und gewann anschließend das Spiel um Platz drei gegen Uruguay 3:1.

Vor dem nächsten Spiel gegen Spanien sind die Rollen klar verteilt. Für einen österreichischen Sieg wären hohe Quoten fällig, Spanien geht als Favorit ins Duell. Für das ÖFB-Team bleibt nach den starken Zahlen aus der Gruppenphase aber vor allem die Erkenntnis, dass es mit Intensität, Laufleistung und späten Toren bis in die entscheidenden Turnierwochen vorgedrungen ist.

Diesen Artikel teilen