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Sieben Stunden im Tunnel Hadersdorf: Bericht legt schwere Pannen bei ICE-Evakuierung offen

Redaktionelle Szene zum Thema „Sieben Stunden im Tunnel Hadersdorf: Bericht legt schwere Pannen bei ICE-Evakuierung offen“

Mehr als sieben Stunden saßen rund 400 Fahrgäste eines ICE im Tunnel Hadersdorf fest, bevor sie am 26. Juli 2025 aus dem Zug geholt werden konnten. Ein nun vorliegender Untersuchungsbericht der obersten Eisenbahnbehörde zeichnet nach, wie aus einer zunächst technischen Störung eine langwierige Evakuierung wurde.

Der ICE 90 „Donauwalzer“ war an diesem Tag von Wien Richtung Deutschland unterwegs, als kurz nach der Abfahrt am Wiener Hauptbahnhof erste Probleme auftraten. Um 13.13 Uhr startete der Zug pünktlich, wenig später meldete das System eine Batteriestörung. Zunächst verschwand die Meldung wieder, ein bei ICE-Zügen bekanntes Phänomen. Der Lokführer setzte die Fahrt fort, doch um 13.34 Uhr blieb der Zug im Tunnel Hadersdorf endgültig stehen.

Danach verschärfte sich die Lage rasch. Mehrere Neustartversuche blieben erfolglos. Um 13.56 Uhr ließ sich der Stromabnehmer nicht mehr heben, die Batterieversorgung der Fahrgasträume brach zusammen. Um 14.55 Uhr fielen die Toiletten aus, um 15.27 Uhr erlosch auch das Licht im Zug. Für die Passagiere bedeutete das: keine funktionierende Klimaanlage, keine Toiletten, kein Licht und stundenlanges Warten in einem Tunnel.

Erste Hilfe für die Eingeschlossenen kam laut Bericht um 15.15 Uhr an. Die Bergung zog sich dennoch massiv in die Länge. Nach Angaben aus dem Untersuchungsbericht verzögerten Kommunikationsdefizite und Fehlentscheidungen den Einsatz. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der technischen Panne selbst, sondern auch auf dem Ablauf danach: Wer wann informiert wurde, wie rasch Entscheidungen getroffen wurden und weshalb die Evakuierung so lange dauerte.

Folgen für Passagiere und Behörden

Der Vorfall hatte auch deshalb besonderes Gewicht, weil der Zug mitten im Tunnel zum Stillstand kam und die Lage mit jeder Minute schwieriger wurde. Rund 400 Menschen waren betroffen. Für die oberste Eisenbahnbehörde ist der Fall damit mehr als ein lokaler Zwischenfall: Er zeigt, wie empfindlich der Eisenbahnbetrieb auf technische Störungen und schwache Abstimmung zwischen den Beteiligten reagieren kann.

Der Bericht liegt dem Mobilitätsministerium vor. Er dürfte nun Fragen nach den Abläufen im Krisenmanagement, nach der technischen Robustheit des betroffenen Zugtyps und nach den Verantwortlichkeiten bei der Evakuierung nach sich ziehen. Der 26. Juli 2025 bleibt damit als Tag eines massiven Betriebsproblems im Wiener Bahnnetz in Erinnerung.

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