Russische Nationalisten und Hardliner verlangen nach neuen ukrainischen Drohnenangriffen eine deutliche Eskalation des Kriegs gegen die Ukraine – bis hin zum Einsatz taktischer Atomwaffen. Ausgelöst wurde die Debatte durch Attacken tief im russischen Hinterland, unter anderem auf Moskau, St. Petersburg und die Krim. In der russischen Propaganda- und Nationalistenszene wächst zugleich die Forderung, die bisherige Kriegsführung aufzugeben und härter gegen die Ukraine und westliche Unterstützer vorzugehen.
Die Rufe nach einer weiteren Eskalation sind nicht neu. Schon länger dringen nationalistische Kräfte in Russland auf eine Generalmobilmachung, auf Angriffe gegen das Regierungsviertel in Kiew und auf Schläge gegen Ziele in Europa, etwa gegen Drohnenfabriken. Neu ist vor allem der Ton: Die jüngsten Drohnenangriffe haben die Forderungen nach militärischer Vergeltung nach Ansicht von Beobachtern zusätzlich befeuert.
Zu den lautesten Stimmen zählt der russische Unternehmer und Nationalist Konstantin Malofejew. Er fragte nach dem Brand einer Ölraffinerie in Moskau infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs öffentlich, was noch geschehen müsse, damit Russland „richtig kämpfe“. Krieg bedeute den Sieg um jeden Preis, sagte er demnach und stellte die Frage, warum Russland nicht jene Atomwaffen einsetze, die die „Vorfahren“ für diesen Zweck entwickelt und angehäuft hätten.
Die Eskalationsrhetorik verweist auch auf eine wachsende Verunsicherung in Russland. Die Ukraine hat ihre Drohnenreichweite deutlich ausgebaut und greift inzwischen wiederholt Ziele weit hinter der Front an. Das betrifft nicht nur Militär- und Energieinfrastruktur, sondern auch Symbole russischer Staatlichkeit und Alltagsziele. Zwei Linienbusse wurden ebenfalls getroffen.
Für den Kreml ist das ein Dilemma. Einerseits will Moskau sein riesiges Staatsgebiet gegen Angriffe schützen, andererseits hält die Führung an ihren Kriegszielen im seit 2022 geführten Angriffskrieg fest. Die Forderungen der Nationalisten zeigen, wie groß der Druck auf die russische Führung von rechts außen geworden ist – und wie weit sich Teile des politischen Randes in Richtung offener nuklearer Drohungen bewegen.









