Russland hat am Wochenende zum dritten Mal seit Kriegsbeginn eine Hyperschallrakete in der Ukraine eingesetzt. Die Waffe wurde in der Nacht auf Pfingstsonntag nach Angaben aus dem Umfeld des österreichischen Bundesheeres erneut gegen Kiew verwendet. Der Militärexperte Markus Reisner sieht darin nicht nur einen militärischen Angriff, sondern auch eine gezielte Botschaft an die NATO, Europa und die russische Bevölkerung.
Reisner verwies auf die besondere Rolle der Rakete, die in Russland als „Oreschnik“ bezeichnet wird. Sie gilt als schwer abzufangen, weil sie sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht und damit vorhandene Verteidigungssysteme vor große Probleme stellt. Laut der im Beitrag genannten Einordnung handelt es sich um eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von bis zu 5.000 Kilometern und einer Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometern pro Stunde.
Nach Reisners Einschätzung setzt Moskau diese Waffe immer dann ein, wenn es zu einer Zuspitzung kommt. Die bisherigen dokumentierten Einsätze seit November 2024 seien jeweils im Zusammenhang mit westlicher Unterstützung für die Ukraine oder als Reaktion auf ukrainische Angriffe gesehen worden. Der militärische Nutzen der Rakete sei daher nur ein Teil des Bildes.
Besonders relevant ist aus Sicht des Experten die politische Funktion des Systems. Der Kreml wolle damit demonstrieren, dass Russland trotz Sanktionen und massiver westlicher Hilfe für Kiew weiterhin über moderne, schwer abwehrbare Waffen verfüge. Die Einsätze dienten damit auch der strategischen Kommunikation, sagte Reisner dem ORF-Radio Ö1.
Hyperschallraketen gehören zu den am stärksten diskutierten Waffensystemen im Krieg gegen die Ukraine. Nur wenige Staaten verfügen über derartige Systeme, darunter China, Russland und die USA. Ihr Einsatz gegen Ziele in der Ukraine unterstreicht aus europäischer Sicht die Gefahr, dass sich der Krieg technologisch weiter zuspitzt und Verteidigungssysteme an ihre Grenzen gebracht werden.









