Der Leiter der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, hält eine einzelne Anklage in der Causa René Benko für zu wenig. Bei mutmaßlichen „Geldkarussellen“ müsse genauer hingesehen werden, sagte der Anwalt der Republik am Sonntag mit Blick auf die Signa-Insolvenz und die laufenden Ermittlungen.
Peschorn verlangte zudem eine bessere Zusammenarbeit der Behörden. Gerade bei komplexen Finanzkonstruktionen wie rund um Signa seien abgestimmte Ermittlungen entscheidend, um Geldflüsse, Verantwortlichkeiten und mögliche Tatbeiträge sauber aufzuarbeiten.
Die Causa Benko zählt zu den größten Wirtschaftsstrafverfahren der vergangenen Jahre in Österreich. Der frühere Immobilien- und Handelsinvestor sitzt seit seiner Festnahme im Zusammenhang mit den Ermittlungen in Untersuchungshaft. Im Fokus stehen neben der Pleite des Signa-Imperiums auch mögliche Vermögensverschiebungen und undurchsichtige Finanzstrukturen.
Mit seiner Forderung zielt Peschorn auf einen breiteren Zugriff der Justiz. Wenn es mehrere Beteiligte und verschachtelte Geldbewegungen gebe, reiche es nicht, nur eine einzelne Person anzuklagen. Dann müsse geprüft werden, wer von den Transaktionen profitiert habe und ob weitere strafrechtlich relevante Handlungen vorliegen.
Die Finanzprokuratur vertritt die Republik in Rechtsangelegenheiten und ist in großen Verfahren regelmäßig in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen eingebunden. In der Causa Benko ist die Frage nach möglichen weiteren Beschuldigten auch deshalb heikel, weil die Ermittlungen weit über einzelne Zahlungen hinausreichen und ein Geflecht aus Firmen, Finanzierungen und Verflechtungen betreffen.









