Der Keutschacher Bürgermeister Gerhard Oleschko ist am Montag nicht zum Arbeitsprozess gegen seine frühere Finanzverwalterin erschienen. Er hätte im Verhandlungssaal 2 erstmals vor Richterin Astrid Karner zur fristlosen Entlassung der Frau aussagen sollen, ließ sich aber kurz vor Beginn der Verhandlung krankheitsbedingt entschuldigen.
Vor Gericht legte sein Anwalt Christian Leyroutz eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung vor. Demnach sei die Krankmeldung erst am Montagfrüh eingelangt und bescheinige eine Krankschreibung von Sonntag bis einschließlich Dienstag. Im Saal sorgte die Mitteilung für Gelächter, worauf die Richterin zur Ruhe im Publikum aufrief.
Der Anwalt der entlassenen Finanzverwalterin, Bernhard Beck, sprach von einer Verzögerung des Verfahrens. Er wollte sich die Krankmeldung genauer ansehen und bezeichnete das Fernbleiben des Bürgermeisters als „prozesstaktische Maßnahme“. Beck verwies darauf, dass durch den Ausfall ein weiterer Prozesstag und damit zusätzliche Kosten entstehen.
Die frühere Finanzverwalterin war fristlos entlassen worden, nachdem sie Belege ausgedruckt und dem Kontrollausschuss der Gemeinde vorgelegt haben soll. Sie selbst will nach Angaben ihres Anwalts wieder in ihren Job zurückkehren. Sie habe die Arbeit gern gemacht, zudem sei eine genaue Kontrolle der Gemeindefinanzen wichtig.
Nach Angaben aus dem Gericht sollen zunächst noch Zeugen aus dem Gemeindeamt gehört werden. Danach soll ein neuer Termin für die Aussage Oleschkos festgelegt werden. Eine Einigung im Arbeitsprozess schien am Montag nicht in Sicht: Auf die Frage der Richterin nach einem möglichen Vergleich schüttelten beide Anwälte den Kopf.
Beck zeigte sich im Anschluss zuversichtlich, dass es in erster Instanz dennoch rasch zu einer Entscheidung kommen könnte. Für ihn sei wichtig, dass das Verfahren nicht unnötig verzögert werde. Ob noch vor der Gemeinderatswahl ein Urteil fällt, ließ er offen, rechnete aber mit einer zügigen Behandlung durch das Gericht.









